Börsianer Salon goes Finanzbildung
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Laut OECD liegt Österreich bei Financial Literacy im Spitzenfeld. Trotzdem sind 700.000 Menschen in Österreich überschuldet und der Schaden durch Überweisungsbetrügereien betrug laut FMA zuletzt mehr als 110 Millionen Euro. Der jüngste Pisa-Test offenbarte einmal mehr das Elternhaus als Taktgeber in Sachen Bildungsvorsprung- oder -rückstand und Social Media - als noch sehr rechtsfreier Raum - wird von zwei Drittel der Österreicher zur Informationsbeschaffung genutzt, oft ohne geeigneten Schutz. Die fehlende Finanzbildung ist derzeit in aller Munde. Beim 37. Börsianer Salon im "das Mezzanin" in Wien wurde deshalb heute mit einem hochkarätigen Podium über die mannigfaltigen Facetten der Financial Literacy diskutiert.
"Das Basiswissen ist essenziell. Man muss etwa wissen, dass der Aktienmarkt historisch 5 bis 10 Prozent im Jahr macht, dann kann keiner mit Produkten a la "10 Prozent im Monat fix" kommen. Wer die Basics versteht, schützt sich vor Inflation und Scams und verdient am Markt mit. Ich muss differenzieren können. Da geht es um vor allem um Eigenverantwortung", sagte Finfluencer Philipp Genduth von "Finanzen verstehen".
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OeKB-Vorständin Angelika Sommer-Hemetsberger wünscht sich eine "neutrale inhaltliche Berichterstattung ohne Bias in die eine oder andere Richtung. Ideologie hat beim Thema Finanzbildung nichts verloren".
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Podcasterin Lisa Pulsinger, die auch schon in Schulen Workshops zur Finanzbildung organisiert hat und oft in Unternehmen gebucht wird, hat schon einige leidvolle Erfahrungen gemacht:
"Bei den Workshops, die ich in Schulen gehalten habe, haben Lehrer oft die Augen verdreht oder Dinge eingeworfen, die finanzbildungstechnisch nicht wertvoll waren, weil sie selber keine Ahnung hatten. Meine Lehrerin in der HAK hat gesagt, Börse ist spekulieren. Für mich war das Thema dadurch abgehakt. Ich habe das nie für mich in Erwägung gezogen, weil das war Casino und Geld verlieren. Man muss die Spielregeln kennen, dann ist es kein Casino."
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Ab dem Schuljahr 2027/28 soll nun Finanz- und Wirtschaftsbildung im Lehrplan im Fach Geografie unterrichtet werden. Die Fortbildung der Lehrer für die neuen Unterrichtselemente übernimmt etwa das Institut für Wirtschaftspädagogik, berichtete Bettina Fuhrmann, die die Fortbildung federführend mitbegleitet:
"Das ist noch ein dickes Brett was wir bohren. Wir haben sehr unterschiedliche Resonanz bei den Lehrern, einige verstehen, dass es sehr wichtig ist, andere sagen, das müssen die Eltern machen, also der Geburtslotterie überlassen. Es gibt auch Lehrer, die bei Schulbuchverlagen anrufen und sich aufregen, dass so viel Wirtschaft in den neuen Lehrbüchern ist. Wir wollten auch unbedingt die Arbeitgeber ins Boot holen, denn ein familienfreundlicher Betrieb ist jener, der auch die finanzielle Gesundheit seiner Mitarbeiter unterstützt."
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Für Petia Niederländer, die das Thema Finanzbildung in der Oesterreichischen Nationalbank verantwortet und Schulen in Sachen Finanzbildung zertifiziert, muss auch das Thema KI und Finanzbildung mitgedacht werden:
"70 Prozent der Jugendlichen interessieren sich fürs Investieren, wollen aber schnell reich werden. 78 Prozent der Jugendlichen arbeiten mit Künstlicher Intelligenz (KI), 1/3 glaubt, KI ist ihr Freund. Deshalb ist KI eine Realität, die wird in den Bildungsauftrag und in unsere Kampagnen mitnehmen müssen, sonst lehren wir an der Realität der Kinder vorbei."
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Wichtig: Es ist nie zu spät, mit dem Investieren anzufangen, viele wissen aber nicht, wo sie ob der Informationsflut beginnen sollen. Hier braucht es mehr Struktur und niederschwellige Angebote. Hier gibt es noch mehr Fotos!

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