Magazin

Bankenprofite: Bis 2030 um 300 Milliarden Euro mehr Gewinne durch KI

Laut der Boston Consulting Group können Retailbanken durch den Einsatz von KI-Agenten in den kommenden Jahren hohe zusätzliche Gewinne erzielen.

Veröffentlicht

12.12.2025

Lesezeit

2 min
Teilen auf
© Boston Consulting Group
BCG-Experte Holger Sachse: „Der verstärkte KI-Einsatz wird Banking, wie man es bisher gekannt hat, radikal verändern.“

Laut dem BCG Retail Banking Report 2025 können Retailbanken weltweit bis 2030 über 300 Milliarden Euro zusätzliche Gewinne lukrieren. Diese Profite sind allein durch den Einsatz von KI-Agenten, die nicht nur Prozesse, sondern ganze Geschäftsmodelle transformieren, zu generieren.

Bei Instituten, die beim KI-Einsatz vorne dabei sind, sieht die Boston Consulting Group (BCG) die Chance, dass im Vergleich zu klassischen Banken 30 Prozent höhere Gewinne zu lukrieren sind, während die Kosten um 40 Prozent gesenkt werden können. Das erlaubt Banken, einen Teil der Einsparungen in Innovationen, neue Umsatzmöglichkeiten und die Gewinnung von Neukunden zu investieren.

Holger Sachse, Senior Partner der Boston Consulting Group und Co-Autor des BCG Retail Banking Reports 2025: “KI eröffnet der Industrie Riesenchancen. Neobanken wie Revolut haben den Vorteil, ihr Geschäft paneuropäisch ausrollen zu können. Die noch jungen Institute gewinnen Neukunden und stellen klassische Banken vor neue Herausforderungen.“

Aufholbedarf bei agentischer KI

Während US-Institute bei der Skalierung von KI-Anwendungen schon weiter sind, skizziert der BCG-Bericht, dass europäische Banken speziell beim Einsatz agentischer KI aufholen müssen, um nicht an Wettbewerbsdynamik zu verlieren. Das ist angesichts erwarteter rückläufiger Umsätze besonders wichtig. So stiegen die für 24 europäische Staaten erfassten Umsätze des Bankensektors zwischen 2019 und 2024 im Durchschnitt um neun Prozent jährlich. Von 2025 bis 2029 wird nur noch mit einem Plus von zwei Prozent pro Jahr gerechnet. Das unter der Annahme, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben und dass der Wettbewerb auch aufgrund von Neobanken noch intensiver wird.

BCG-Experte Sachse: „Es ist mit einem deutlichen Auseinanderfallen der Industrie zu rechnen. Player, die mutig nach vorne gehen, werden zu den Gewinnern zählen. Die Umsetzung von KI-Agenten kann innerhalb von ein bis zwei Jahren gelingen. Der verstärkte Einsatz von KI wird das Banking wie man es bisher gekannt hat, radikal verändern.“ Viele Banken denken laut Sachse noch zu oberflächlich. „Die neuen Möglichkeiten sind vielfältig. In großen Teilen von Banken werden Aufgaben ohne Menschen erledigt werdenresumiert der Experte.

Robert Winter

Autor

Robert Winter

Finanzjournalist

Teilen auf

Mehr zum Thema #KI

Insider

KI-Investitionen: Europäer skeptischer

Die BCG Global Investor Survey 2026 zeigt: KI bleibt der Wachstumstreiber Nummer eins, doch gerade europäische Investoren halten die KI-Bewertungen für schlicht zu optimistisch.
04.08.2026
Börsianer Insider
Futuristic scene with AI brain, circuit board, robot hand, bar chart, coins, and globe, symbolizing technology and financial growth.
News

KI-Boom: Börsenstars unter Druck

Der Börsenstart von CXMT in China zeigt mal wieder: Der KI-Boom sorgt weltweit für Rekordbewertungen in der Halbleiterbranche. Und hohen Erwartungen.
29.07.2026
Börsianer Redaktion
Chip auf einem Roboterarm
Advertorial

Fokus auf Fundamentaldaten: Investieren in europäische Aktien

Europäische Aktien ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Während der Optimismus zu Jahresbeginn inmitten erhöhter Volatilität und geopolitischer Unsicherheit einer grösseren Vorsicht gewichen ist, investieren Anleger weiterhin in die Region als wichtigen Bestandteil diversifizierter Aktienportfolios. Die Frage für professionelle Anleger ist nicht mehr, ob sie in Europa investieren sollen, sondern wie sie dies tun.
01.07.2026
Gastkommentar

KI-Supercycle: Börse oder Private Markets?

Die großen KI-Gewinner von morgen sind heute noch nicht an der Börse, befindet Börsianer-Kolumnist Carsten Puschmann. Während Nvidia & Co. bereits durch die Decke gehen, entstehen die wirklich disruptiven Innovationen im Verborgenen – in Start-ups, die nur über Private Equity zugänglich sind.
30.06.2025
Carsten Puschmann
KI Evolution Investieren
Gastkommentar

Künstliche Intelligenz als ­Game-Changer der Finanzindustrie

In einer sich schnell entwickelnden Finanzlandschaft ist Künstliche Intelligenz (KI) ein entscheidender Faktor, der die Zukunft unserer Branche prägen wird, beschreibt Gastautor Hannes Mösenbacher, Risikovorstand Raiffeisen Bank International AG.
18.12.2024
Hannes Mösenbacher
Roboter mit KI und alter Mann
Anzeige