Gastkommentar

Österreich steht sich selbst im weg

Österreichs Wirtschaft kämpft nicht nur mit hohen Energiepreisen, sondern mit einem System, das sich selbst im Weg steht. Die Energiewende ist nach den jüngsten Preisschocks daher kein grünes Wunschkonzert, sondern ein sicherheitspolitisches Muss.

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30.06.2026

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Kolumnenbild mit dem Porträt eines Menschen
© Börsianer

Mehr heimische Stromproduktion, schnellere Netzausbauten und Speicherlösungen sind der einzige Weg, um Versorgungssicherheit zu garantieren. Doch selbst eine erfolgreiche Energiewende wird wenig nützen, wenn Österreich an seinen strukturellen Altlasten festhält. Doppel- und Mehrgleisigkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden erzeugen einen ineffizienten Verwaltungsdschungel, der Projekte verzögert, Kosten hochtreibt und Investoren abschreckt. Der überbordende Föderalismus mag politisch bequem sein, wirtschaftlich ist er ein Bremsklotz. Ein modernes Land kann es sich nicht leisten, dass zentrale Entscheidungen in 100 Gremien hängenbleiben, während andere Staaten längst handeln. Dazu kommen ein unflexibler Arbeitsmarkt, hohe Lohnnebenkosten und ein Kapitalmarkt, der politisch stiefmütterlich behandelt wird. Österreich verwaltet seine Zukunft, statt sie zu gestalten, und braucht eine doppelte Wende: eine Energiewende für mehr Versorgungssicherheit und eine Verwaltungswende für mehr Effizienz. Ohne den Abbau von Doppelstrukturen und Föderalismusballast bleibt der Standort zu teuer. Für Anleger heißt das: Unternehmen identifizieren, die trotz Systembremsen liefern.

Peter Bartos

Autor

Peter Bartos

Kolumnist

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