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Börsen rot: Angriff auf Iran treibt Ölpreis in die Höhe

Der Angriff der USA und Israel auf den Iran treibt den Ölpreis in die Höhe. Ein Analystenbericht der BNP Paribas rechnet mit Preisspitzen von bis zu 100 US-Dollar je Barrel. An der Wiener Börse verlieren einige Aktien massiv.

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02.03.2026

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© APA-Images / AFP / ATTA KENARE
  • USA und Israel greifen Ziele im Iran an – Führung offenbar massiv geschwächt

  • BNP erwartet starken, unmittelbaren Anstieg von Öl- und Gaspreisen

  • Mögliches Überschießen von Brent in dreistellige Bereiche

  • Märkte dürften mit Risk-off, stärkerem US-Dollar und flacheren Zinskurven reagieren

  • Täglich werden etwa 20 Millionen Barrel Öl und fast ein Fünftel der weltweiten LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus transportiert.

Jetzt ist es also passiert: Der Angriff der USA und Israels auf iranische Ziele markiert eine neue Eskalationsstufe im Nahen Osten. Die iranische Vergeltung erfolgte schneller und breiter als bei früheren Schlägen, zugleich sei ein erheblicher Teil der iranischen Führung offenbar ausgeschaltet worden. Laut einer aktuellen Analyse von BNP Paribas  ist „ein starken Aufwärtsimpuls auf Öl- und Gaspreise“, insbesondere durch die Beeinträchtigungen des Verkehrs durch die Straße von Hormus zu erwarten. In ihrem Extremszenario halten sie sogar Preisspitzen bei Brent von mehr als 100 US-Dollar für möglich. Ölpreismindernd wirkt aber die Tatsache, dass der Iran vorab viel Öl auf See gelagert hat, China hohe Reserven angelegt hat und Saudi‑Arabien und die Emirate Öl in Pipelines umleiten könnten. Derzeit kostet Öl der Sorte Brent noch unter 80 US-Dollar je Barrel. Auch Hakan Kaya von Neuberger rechnet mit ähnlichen Auswirkungen:

"Der Iran produziert täglich rund 3,4 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat und exportiert etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag, überwiegend nach China. Das eigentliche Risiko liegt jedoch in der Meerenge selbst. Täglich werden etwa 20 Millionen Barrel Öl und fast ein Fünftel der weltweiten LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus transportiert. Sollte die Meerenge für einen längeren Zeitraum gesperrt bleiben, hätte dies nichtlineare Auswirkungen auf die Preise. Eine teilweise Verlangsamung von ein oder zwei Wochen kann durch Lagerbestandsentnahmen und verzögerte Lieferungen aufgefangen werden. Eine vollständige oder fast vollständige Sperrung von einem Monat oder länger würde einen Nachfragerückgang in einer Größenordnung erfordern, die den Rohölpreis deutlich in den dreistelligen Bereich und die europäischen Erdgaspreise auf oder über das Krisenniveau von 2022 treiben könnte."

Aktien in Wien mit Verlusten

An der Wiener Börse sind heute fast alle Aktien tiefrot. Das ist kein Wunder. Besonders betroffen ist die Aktie der Do&Co AG mit einem Minus von etwa 10 Prozent, das Unternehmen macht einen Großteil seines Geschäfts mit Flugcatering, die FACC AG ist Zulieferer der Flugindustrie, die Mayr-Melnhof Karton AG hat ein Werk im Iran und eins in Jordanien. Die Gewinneraktien sind derzeit Verbund AG, OMV AG und SBO AG.

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