Ranking

ATX: Wienerberger hat größte “relative” Medienpower

Erste Group ist Österreichs sichtbarster Börsenkonzern, AT&S kommt am besten weg. Doch wer erzeugt gemessen an seiner Größe die größte mediale Wirkung? Wir haben die internationale Medienpräsenz der ATX-Konzerne mit ihrem Börsenwert verknüpft und kommen zu teils überraschenden Ergebnissen.

Veröffentlicht

31.08.2026

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2 min
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Blick auf Wienerberger Zentrale ein Hochhaus in der Nacht
© Wienerberger
Die Medienresonanzanalyse der 20 ATX-Unternehmen zeigt, wie diese in internationalen Onlinemedien wahrgenommen werden. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Wienerberger dabei die Nummer eins.

Größe allein ist nicht alles. Das zeigt ein etwas anderer Blick in die Daten der aktuellen Medienresonanzanalyse der 20 ATX-Unternehmen von Pressrelations. In dieser aktuellen Erhebung sämtliche wurden nationale und internationale Online-Nennungen der ATX-Unternehmen zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2026, inklusive Reichweite, Themen und Tonalität (ob positiv, neutral oder negativ berichtet wurde) untersucht. Wir haben diese Daten als Grundlage genommen und mit der Marktkapitalisierung der Unternehmen zum 30. Juni verknüpft.

In dem daraus entstehenden neu gewichteten Medienmacht-Index wird zu 40 Prozent die Medienreichweite je Milliarde Euro Börsenwert, zu 30 Prozent die Zahl der Beiträge je Milliarde Börsenwert und zu 30 Prozent die Tonalität der Berichterstattung gewichtet, woraus sich folgendes Ranking ergibt. Im Vergleich dazu zeigt die dritte Spalte das Original-Ranking von Pressrelations.  

Unternehmen

Börsianer Medienmacht-Score

pressrelations Rang

Marktkapitalisierung 30.06.2026*

Tonalität

Wienerberger

81,0

7

2,4 Mrd. €

3,45

Lenzing

80,9

10

0,9 Mrd. €

2,45

SBO

79,1

14

0,5 Mrd. €

3,12

Palfinger

77,3

12

1,2 Mrd. €

3,03

AT&S

72,3

3

8,2 Mrd. €

4,40

Österreichische Post

67,9

11

2,0 Mrd. €

2,69

Voestalpine

67,4

5

7,3 Mrd. €

3,60

Uniqa

61,4

9

5,4 Mrd. €

3,57

Andritz

54,5

8

7,9 Mrd. €

3,35

Porr

53,7

18

1,7 Mrd. €

3,53

OMV

49,7

2

18,0 Mrd. €

2,36

RBI

46,3

4

18,4 Mrd. €

3,17

Do&Co

43,9

16

2,4 Mrd. €

4,19

Erste Group

43,6

1

46,5 Mrd. €

3,79

Vienna Insurance Group

41,1

13

8,2 Mrd. €

3,95

Bawag

37,9

6

13,2 Mrd. €

3,18

CA Immo

23,6

17

2,4 Mrd. €

2,18

EVN

19,9

19

5,1 Mrd. €

2,67

Strabag

18,9

20

10,5 Mrd. €

3,31

Verbund

18,7

15

19,3 Mrd. €

3,21

* Marktkapitalisierung zum Stichtag 30. Juni 2026, gerundet. Medienmacht-Index: eigene Berechnung aus 40 Prozent relativer Medienreichweite, 30 Prozent relativer Beitragszahl und 30 Prozent Tonalität. Die Ergbnisse der Umfrage wurden vom Börsianer auf Percentile übertragen. Die zugrunde liegenden Medien- und Tonalitätsdaten stammen aus der globalen Medienresonanzanalyse von Pressrelations für das erste Halbjahr 2026. Die Studie untersucht sämtliche Nennungen der ATX-Unternehmen in relevanten Onlinemedien und bewertet unter anderem Reichweite und Sentiment.


Wienerberger top

Wienerberger spielt derzeit medial über der eigentlichen Gewichtsklasse. Mit 5.588 Beiträgen und rund 1,2 Milliarden potenziellen Kontakten bei vergleichsweise überschaubarem Börsenwert holt sich der Baustoffkonzern Platz eins. Themen wie der Brick Award, Robotik und Expansion sorgen für internationale Resonanz.

Bad News vs. Good News

Bei Lenzing zeigt sich allerdings: Medienmacht erzeugt nicht automatisch gutes Image. Restrukturierung, Stellenabbau und Arbeitskonflikte sorgen für enorme Aufmerksamkeit. Allerdings ist die Tonalität mit einem Wert von 2,45 relativ schlecht. Der qualitative Gewinner in diesem Ranking ist AT&S: Der Technologiekonzern verbindet hohe relative Sichtbarkeit mit der besten Tonalität aller ATX-Werte. KI-Nachfrage, internationale Expansion und die operative Wende bestimmen das Bild - also allesamt sehr positive Erzählungen. 

Bemerkenswert ist auch die andere Seite: Absolute Medienriesen wie Erste Group und OMV (die das originale Ranking anführen) landen im Börsianer-Index deutlich weiter hinten. Ihre hohe Präsenz relativiert sich angesichts ihrer Milliarden-Börsenwerte. Und Verbund sowie Strabag? Man könnte diese als stille Riesen des ATX bezeichnen: wirtschaftlich schwergewichtig, medial aber in diesem Verhältnis überraschend leise. Aber auch hier gilt: Reine Größe heißt nicht, dass überproportional viel berichtet wird.

Börsianer Redaktion

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