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ESG
Perspektiven

Wall Street vs. Donald Trump - 1:0

Mit Kohle ist künftig keine Kohle mehr zu machen. Das ist mit ein Grund dafür, dass die sechs größten US-Banken bei klimaschädlichen Finanzierungen auf der Bremse stehen.

Veröffentlicht

27.08.2025

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2 min
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Eine stilisierte Skyline einer US-Großstadt (z. B. New York oder generisch) im Hintergrund, teils in warmem Sonnenlicht, teils im Schatten
© Börsianer / KI generiert
Erneuerbare Energien können bereits im nächsten Jahr Kohle als weltweit wichtigste Stromquelle ablösen.

Das Weiße Haus steht bei der Bekämpfung des Klimawandels auf der Bremse. Und bittet zwecks Erhaltung des Status Quo sogar seine Bürger zur Kasse. Bis 2030 sollen Private mehr als zehn Milliarden US-Dollar beisteuern, um den Fortbestand unwirtschaftlicher Kohlekraftwerke zu sichern. Eigentlich hatten die betroffenen Versorger Werksschließungen im Visier. Damit wird es aber nichts, weil das amerikanische Energieministerium die Stilllegungen untersagt hat, was bei den Verbrauchern in höhere Rechnungen samt mehr Umweltverschmutzung mündet.

Die Politik mit der Brechstange macht auch vor Solarkraft nicht halt. Aktuell versucht die US-Regierung sieben Milliarden US-Dollar aus dem Programm „Solar for All” zu streichen. Damit kann es vor allem Einkommensschwache treffen. War doch das Programm initiiert worden, Familien mit geringem Einkommen bei der Errichtung von Solaranlagen auf dem Hausdach zu unterstützen. Die US-Regierung nimmt also Geld aus der Solarenergie und steckt es in Kohle.

Top-Institute ziehen die Reißleine

Und wie reagiert die Wall Street auf solche zukunftsfeindlichen Avancen? Es werden eigene Wege eingeschlagen, die der politischen Führung nicht gefallen werden. Wie „We Don't Have Time“, eine globale Medienplattform für Klimaschutzmaßnahmen berichtet, legen die Banken bei der Finanzierung von Erzeugern fossiler Energie zusehends Zurückhaltung an den Tag. Demnach gingen die Finanzierungen durch die sechs größten US-Banken im laufenden Jahr um 25 Prozent auf 73 Milliarden US-Dollar zurück. Morgan Stanley hat seine Kredite an Erzeuger von fossilen Brennstoffen um 54 Prozent reduziert. Und selbst JPMorgan – die Bank zeigt an sich viel Engagement in der Branche fossiler Energie – hat seine Strategie geändert.

Die Zurückhaltung der Banken ist aber nicht nur dem externen Druck oder dem Kampf gegen den Klimawandel geschuldet, sondern vielmehr dem Umstand, dass fossile Brennstoffe keine sichere Anlage mehr sind. Darauf weist auch eine Vorschau der Internationalen Energieagentur hin. Die Agentur geht davon aus, dass erneuerbare Energien bereits im nächsten Jahr Kohle als weltweit wichtigste Stromquelle ablösen werden.

Robert Winter

Autor

Robert Winter

Finanzjournalist

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