KI als Dollar-Treiber? Nicht unbedingt!
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Derzeit hört man immer wieder die gleiche These: Wer auf den KI-Boom setzt, setzt automatisch auch auf einen stärkeren US-Dollar. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Eine aktuelle Analyse von BNP Paribas zeigt zwar, dass die USA der mit Abstand größte Gewinner der globalen KI-Revolution sein dürften. Höhere Produktivität, mehr Investitionen und kräftiges Wachstum sprechen grundsätzlich für den Greenback. Dennoch fällt das Währungsplus überraschend bescheiden aus.
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Der Grund liegt tiefer. KI steigert die Produktivität vor allem im Dienstleistungssektor und damit in Bereichen, die für Wechselkurse weniger Rückenwind liefern als klassische Industrieexporte. Gleichzeitig ist der US-Dollar bereits hoch bewertet. Anders als während des Technologiebooms der 1990er-Jahre sitzen internationale Investoren heute bereits auf massiven US-Positionen. Zentralbanken diversifizieren ihre Reserven, große Pensionsfonds bauen ihre Übergewichtung amerikanischer Aktien eher ab als aus. Genau deshalb könnte der Kapitalzufluss, der den US-Dollar einst zusätzlich befeuerte, diesmal deutlich schwächer ausfallen.
Asien gewinnt
Spannend ist auch ein anderer Aspekt der BNP-Studie. Der eigentliche Gewinner des KI-Booms könnte nämlich nicht ausschließlich die USA sein, sondern auch asiatische Volkswirtschaften entlang der Lieferkette. Während heute vor allem Taiwan von der Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren profitiert, erwarten die Analysten künftig zusätzliche Chancen für Malaysia, Südkorea, Vietnam oder Thailand: etwa bei Speichertechnologien, Netzwerktechnik oder Energieinfrastruktur für Rechenzentren. Das Thema haben wir uns übrigens im letzten Börsianer Perspektiven angesehen – hier geht es zur Story.

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