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Klimainvestments: Großes Geschäft für Banken

Unsere Gastautoren David Scholz und André Hasken von ZEB zeigen, warum die ökologische Transformation für Banken enorme Chancen bietet – vorausgesetzt, ESG wird konsequent in Steuerung, Risiko und Kundengeschäft verankert.

Veröffentlicht

18.03.2026

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3 min
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Fakt
Überblick

Chancen:

• Klimainvestitionen von rund 49 Mrd. p. a. (Status quo 2023) eröffnen erhebliche Finanzierungs- und Ertragspotenziale für Banken.

• Das jährliche Investitionsvolumen, um die Klimaziele zu erreichen, steigt bis 2030 auf bis zu 59 Mrd. p. a. mit einem Finanzierungsaufkommen von 24 Mrd. .

• Banken können mit der grünen Transformationsfinanzierung jährlich einen Bruttoertrag von rund 250 Mio. realisieren.

• Die Integration von ESG in Kreditvergabeprozesse und das Risikomanagement schafft erhebliche Kundenvorteile sowie ein zukunftsfähiges Kreditbuch mit solider Sicherheitenqualität.

Risiken:

• Es besteht eine höhere Wettbewerbsintensität im Markt bei grünen Finanzierungen.

• Fehlende politische Klarheit gefährdet die Planungssicherheit und Investitionsdynamik.

Die ökologische Transformation schreitet voran, doch das Tempo reicht nicht aus, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. In den vergangenen Jahren konnte Österreich seine Emissionen im Schnitt um rund 1,6 Prozent pro Jahr senken – deutlich zu wenig, um bis 2040 klimaneutral zu werden. Tatsächlich wären jährliche Reduktionen von gut 10 Prozent erforderlich, um auf Kurs zu bleiben. Neben einem veränderten Konsumverhalten und dem Einsatz fossilfreier Energielösungen braucht es vor allem eines: gezielte Investitionen in neue Technologien. Entsprechend wächst der Investitionsbedarf und somit die Nachfrage nach Transformationsfinanzierungen. Das Neugeschäftsvolumen wird von 20,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 23,9 Milliarden Euro bis 2030 steigen.

Dynamik des Geschehens

Die ökologische Transformation schreitet voran, doch das Tempo reicht nicht aus, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. In den vergangenen Jahren konnte Österreich seine Emissionen im Schnitt um rund 1,6 Prozent pro Jahr senken – deutlich zu wenig, um bis 2040 klimaneutral zu werden. Tatsächlich wären jährliche Reduktionen von gut 10 Prozent erforderlich, um auf Kurs zu bleiben.

Quellen: Umweltbundesamt Österreich (2025), zeb.research

Neben einem veränderten Konsumverhalten und dem Einsatz fossilfreier Energielösungen braucht es vor allem eines: gezielte Investitionen in neue Technologien. Entsprechend wächst der Investitionsbedarf und somit die Nachfrage nach Transformationsfinanzierungen. Das Neugeschäftsvolumen wird von 20,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 23,9 Milliarden Euro bis 2030 steigen.

Vorgehen: Für die Jahre 2021–2023 wurde ein durchschnittliches Investitionsvolumen je Einsparung Megatonne THG-Emission und je Emissionssektor berechnet; zur Berechnung der Investitionsvolumina pro Jahr wird die durchschnittliche Investition je Megatonne THG-Emissionseinsparung des Jahres mit den gemäß Reduktionspfad reduzierten THG-Emissionen verrechnet; Quellen: Umweltbundesamt Österreich (2025), zeb.research; Stand: 09/2025.

Warum ESG ein Investmentthema bleibt

ESG ist kein kurzfristiger Sprint, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden strukturellen Wandels. Die notwendigen Investitionen in Klimaschutz und Transformation sind ein Dauerlauf und bleiben unabhängig von konjunkturellen Schwankungen unverzichtbar. ESG fungiert als verbindender Rahmen zwischen Regulierung, Risiko- und Ertragssteuerung. Für Banken entwickeln sich nachhaltige Finanzierungen dabei zunehmend zu einem stabilen Ertragspfeiler, besonders im Firmenkunden- und Projektfinanzierungsgeschäft. Institute übernehmen damit eine aktive Rolle als Enabler der Transformation und gestalten den Wandel der Realwirtschaft mit.

Trotz eines Umdenkens in der Regulatorik hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit durch einen umfassenden Bürokratieabbau bleibt bei Investor:innen und Kund:innen das Bedürfnis, unsere Existenzgrundlagen zu schützen. Banken, die diese Transformation ermöglichen, können sich positiv vom Wettbewerb abheben.
David Scholz
ZEB

Wettbewerb und Chancen

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen ähneln sich die Transformationspfade international. Der Wettbewerb um grüne Finanzierungen nimmt europaweit Fahrt auf – gleichzeitig steigen die Anforderungen an Skalierbarkeit, Standardisierung und sektorübergreifende Expertise. Wer als Bank frühzeitig flexible und innovative Modelle entwickelt, erschließt nicht nur nationale, sondern auch grenzüberschreitende Chancen. Cross-Border-Finanzierungen und internationale Kooperationen bieten zusätzliche Wachstumspotenziale. Erfolgreich sind Institute, die flexibel verschiedene Finanzierungsinstrumente wie Green Loans, Sustainability-Linked Bonds und strukturierte Finanzierungsformen wie Projektfinanzierungen anbieten können. Die hierfür notwendigen Prüfungsprozesse, etwa ESG-Ratings, KPI-Prüfungen, Corporate-Finance-Modelle und die Verwendung von externen Bonitätsratings, müssen dabei klar und effizient gestaltet sein, um die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Kreditangebots zu sichern. Ebenso wichtig ist die konsequente Integration der Bewertung transitorischer und physischer Risiken in das Kreditportfolio und in die Kundenberatung. Das sorgt für zusätzlichen Schub: Es schafft echten Mehrwert für Kund:innen und verbessert das Management von Ausfallrisiken sowie die Qualität der Sicherheiten.

Für Finanzinstitute ergeben sich klare Vorteile, wenn ESG-Standards gezielt und effizient in die Geschäftsprozesse eingebunden werden. Wer den Wachstumsmarkt der Transformationsfinanzierung frühzeitig erschließt und innovative Modelle auch grenzüberschreitend anbietet, bedient die Kundennachfrage und erschließt neue Ertragsquellen.
André Hasken
ZEB

Fazit

• Die ökologische Transformation ist eines der größten Investitionsprogramme der kommenden Jahrzehnte.

• Für Banken entstehen erhebliche Ertragschancen – bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Steuerung und Risikokompetenz.

• Erfolgreich sind Institute, die frühzeitig Schwerpunkte setzen, sektorspezifische Expertise aufbauen und ESG strategisch im Kundengeschäft und im Risikomanagement verankern.

• Klimafinanzierung ist damit kein Nischenthema, sondern ein zentraler Bestandteil zukünftiger Bankstrategien.

André Hasken

Autor 1

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David Scholz

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