Lenzing: Sparen reicht nicht
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Es bleibt kompliziert – das nehme ich aus den heutigen Ergebnissen der Lenzing AG mit. Finanzvorstand (CFO) Mathias Breuer: "das Umfeld ist weiter herausfordernd". Der Umsatz ging zurück, die gute Nachricht: Die Marge stieg. Im vergangenen Jahr konnte der auf cellulosebasierte Spezialfasern spezialisierte Konzern 200 Millionen Euro einsparen. Am Ende steht dennoch ein Verlust von 135 Millionen Euro.
Nichts dem Zufall zu überlassen, war das Motto bei der Präsentation der Zahlen, die nach dem Abgang von Kurzzeit-CEO Rohit Aggarwal von einem Dreigestirn geführt wird: Mathias Breuer, Georg Kasperkovitz und Christian Skilich. Nur der neue CFO Mathias Breuer stellte sich den Fragen – und das auch nur online. Prinzipiell war ich gespannt, man weiß ja nicht, was bei Pressekonferenzen einer B&C-Beteiligung dieser Tage passiert, lies hier zu Semperit.
Sparplan geht weiter
Der Fahrplan von Lenzing heißt: weiter sparen und auf die Stärken Innovation und Nachhaltigkeit bauen. Dort ist man laut Eco Vadis unter dem besten ein Prozent aller Unternehmen weltweit. Derzeit hilft es freilich nicht, dass etwa unter der US-Regierung Nachhaltigkeit bekämpft wird – das zeigt sich bei Lenzing vor allem im Sektor Textil. Auch der von Trump auf Talfahrt geschickte US-Dollar frisst bei Lenzing in US-Dollar durchgesetzte Preissteigerungen auf. Wenig heiter schaut auch der Blick auf die steigenden Energiekosten aus. Auch wenn Lenzing kein direktes Geschäft am Golf hat, werde man die Auswirkungen des Kriegs im Iran weiter spüren, etwa durch Lieferengpässe bei Kernchemikalien.
Geduld ist gefragt
Die Strategie von Lenzing, in diesem Umfeld noch stärker auf ihre Premiummarken Tencel, Ecovero und Veocel zu setzen und sich aus dem Billigsegment zu verabschieden, ergibt für mich Sinn. Der Standort in Indonesien soll darum veräußert werden. Ob nach der Übernahme des schwedischen Start-ups TreeToTextile weitere Übernahmen folgen? Mathias winkt hier eher ab: Die meiste Technologie könne Lenzing aus dem eigenen Unternehmen heraus entwickeln. Mal sehen, wann der Markt wieder auf Premium anspringt, davon hängt ab, ob Lenzing wieder zu alter Stärke zurückfinden kann. Die Investoren müssen weiter geduldig sein: Die Aktie der Lenzing AG ließ wieder Federn. Hier der Chart seit Jahresanfang im Vergleich zum ATX.


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