The Secret Portfolio Manager: Das Geschäft mit der Knappheit
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Das Zeitfenster ist kurz, die Präsentation lang und die Zuteilung angeblich klein. Bemerkenswert, wie schnell unter solchen Bedingungen aus Zeitdruck Überzeugung wird. Es gibt nur wenige Dinge, die Anleger mehr lieben als einen Börsengang. Rendite vielleicht. Vor allem, wenn andere weniger davon haben. Je weniger man weiß, desto besser funktioniert es. Ein börsennotiertes Unternehmen liefert Quartalszahlen und unangenehme Fragen: Warum sinken die Margen? Warum geht der CFO? Ein privates Unternehmen dagegen liefert unbegrenzte Möglichkeiten.
Und dann ist da noch Elon. Man kann über ihn sagen, was man will. Jeder hat eine Meinung. Aber kaum jemand verkauft ein Unternehmen so überzeugend als Eintrittskarte in die Zukunft wie er. Space X baut Raketen und arbeitet daran, dass wir uns in Zukunft über das Wetter auf dem Mars beschweren. Damit ist Space X der perfekte IPO. Das Problem: Zukunftsvisionen lassen sich schwer bewerten. Noch schwieriger ist es zuzugeben, dass man zu viel dafür gezahlt hat.
Kunden fragen selten, ob Chance und Risiko zusammenpassen. Sie wollen wissen, ob wir Assetmanager Aktien bekommen. Zugang wird bei Börsengängen mit Analyse verwechselt, Knappheit mit Qualität. Dieselbe Logik gilt übrigens auch im Berghain. Plötzlich geht es nicht mehr darum, ob die Aktie günstig bewertet ist. Es geht darum, ob andere mehr davon bekommen.
Das Problem ist der Preis
Als Portfoliomanager sind wir dafür anfällig: FOMO, Fear Of Missing Out. Steigt eine Aktie, die wir nicht besitzen, fühlt sich das wie ein Fehler an. Kauft man sie, und der Kurs fällt, war man lediglich „zu früh“, vulgo „falsch“. Erinnern Sie sich noch an Sabine? Zum Glück kauft sie keine Einzelaktien. Sie stellt lieber das gesamte Portfolio infrage.
Space X könnte durchaus außergewöhnlich sein. Das Problem ist der Preis. Ein großartiges Unternehmen und ein großartiges Investment sind nicht dasselbe. Märkte belohnen keine offensichtlichen Wahrheiten. Sie belohnen Überraschungen. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich habe die Aktie für meine Kunden weder beim IPO noch danach geordert. Die Börse ist ein unendliches Spiel. Es gibt keine Medaille dafür, eine Aktie am ersten Handelstag zu besitzen. Nur für Rendite. Oder eine sorgfältige Erklärung beim nächsten Kundentermin.
Beruflich beobachte ich die Aktie und warte. Privat habe ich ein paar Tage nach dem Börsengang eine Aktie gekauft. Man weiß ja nie. Stay liquid. —

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Als Secret Portfolio Manager berichtet ein österreichischer Fondsmanager anonym und exklusiv für den Börsianer über die Branche und das Veranlagungsgeschäft.
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