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Watchlist: Ein Krimi und Good Vibrations

Die RBI entscheidet endgültig den Übernahmekampf um die Addiko Bank für sich, Biogena steht vor dem Börsendebüt und Marinomed schlittert erneut in die Insolvenz – das sind die wichtigsten Kapitalmarkt-News.

Veröffentlicht

24.07.2026

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3 min
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© Börsianer

Jetzt ist der Übernahmekrimi beendet: Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat den Bieterkampf um die Addiko Bank für sich entschieden. Nachdem bis zum Ablauf der Rücktrittsfrist kein Aktionär seine Verkaufszusage widerrufen hat, worauf die slowenische NLB bis zuletzt gehofft hatte, kommt die RBI nun auf 55,6 Prozent der Aktien und hat damit die erforderliche Mehrheit endgültig gesichert.

Die slowenische NLB hatte zwar mit 37 Euro je Aktie das deutlich höhere Angebot auf den Tisch gelegt, konnte aber trotz der Nachbesserung nicht genügend Aktionäre überzeugen. Ihr wurden letztlich nur knapp 30 Prozent der Anteile angedient – zu wenig, um die erforderliche Mehrheit zu erreichen

Alta Group als Zünglein

Bemerkenswert bleibt: Die RBI setzte sich trotz des deutlich niedrigeren Kaufpreises von 26,50 Euro je Aktie (zuzüglich möglicher späterer Earn-out-Zahlungen) durch. Ausschlaggebend waren die bereits früh gesicherten Zusagen großer Aktionäre sowie die vereinbarte Aufteilung der Addiko-Aktivitäten mit der serbischen Alta Group nach Abschluss der Transaktion.

Biogena geht an die Börse

Wie ich dir schon mehrfach berichtet habe, ist Biogena Good Health World AG einer der heißen Börsenkandidaten (hier ein Interview). Jetzt macht CEO und Gründer Albert Schmidbauer ernst und steigt Ende August im Handelssegment Direct Market Plus der Wiener Börse ein.

Mit einer laufenden Kapitalerhöhung von bis zu 25 Millionen Euro und einer Bewertung von rund 475 Millionen Euro kommt hier ein Wert auf den Markt, den man im Auge behalten sollte.

Vor dem geplanten Börsenstart führte Biogena eine Kapitalerhöhung durch (die Zeichnungsfrist endete gestern). Mit der Ausgabe neuer Aktien zu 4,803 Euro je Stück hat das Unternehmen rund 25 Millionen Euro für weiteres Wachstum eingesammelt.

Seit dem Börsenstart ging es mit der Marinomed AG bergab.

Marinomed wieder pleite

Schon wieder zahlungsunfähig ist die Marinomed Biotech AG. Insgesamt belaufen sich die Schulden auf knapp 28 Millionen Euro. Trotz allem wird der Betrieb mit seinen rund 30 Mitarbeitern vorerst fortgeführt.

Der Auslöser ist bemerkenswert: Wie das Unternehmen erklärt, sind die vereinbarten Earn-out-Zahlungen des französischen Pharmakonzerns Unither Pharmaceuticals aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts bislang ausgeblieben. Genau diese Zahlungen waren jedoch ein zentraler Baustein des gerichtlich bestätigten Sanierungsplans aus dem November 2024.

Splitter

  • Die sonst an der Börse eher unscheinbare EuroTeleSites AG hat im zweiten Quartal mit solidem Wachstum aufgezeigt: Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 75,9 Millionen Euro, der operative Gewinn auf 41,6 Millionen Euro. Was mir dabei auffällt: Dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Drittmietern, während das Unternehmen gleichzeitig den Ausbau seines 5G-Netzes mit mehr als 400 neuen Standorten vorantreibt.

  • Die Bawag Group AG hat im ersten Halbjahr kräftig zugelegt: Dank höherer Zins- und Provisionserträge stieg der Gewinn um 19 Prozent auf 487 Millionen Euro. Mit der starken Kapitalbasis sieht sich die Bank gut gerüstet für die geplante 1,6-Milliarden-Euro-Übernahme der irischen Permanent TSB (PTSB), die vollständig aus Eigenmitteln finanziert werden soll.

  • Die Unicredit Bank Austria AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Nettogewinn um 9,3 Prozent auf 739 Millionen Euro gesteigert und profitierte dabei von einem kräftigen Kreditwachstum: Das Kundenkreditvolumen legte um 6 Prozent zu, das Firmenkundengeschäft sogar um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Termine

In der kommenden Börsenwoche stehen an der Wiener Börse wieder mehrere wichtige Ergebnispräsentationen auf dem Programm:

Den Auftakt macht am Montag (27. Juli) RHI Magnesita mit den Zahlen zum ersten Halbjahr 2026. Am Dienstag (28. Juli) folgt Palfinger mit den Halbjahresergebnissen. Am Mittwoch (29. Juli) präsentiert Kapsch TrafficCom den Jahresfinanzbericht 2025/26. Besonders spannend wird der Donnerstag (30. Juli): Dann legen gleich drei Schwergewichte ihre Zahlen vor. Erste Group, Andritz und Verbund veröffentlichen ihre Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026.

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Börsianer Insider

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