Watchlist: Industrie im Gegenwind, Banken auf Flughöhe
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Während die Temperaturen steigen, sinkt wieder die Stimmung in der Wirtschaft. Dabei stehen die Lenzing AG und die Kapsch Trafficcom AG derzeit sinnbildlich für die Probleme heimischer Industrieunternehmen. Während der Faserhersteller unter schwacher Nachfrage, harter Konkurrenz aus Asien und hohen Kosten leidet (hier gibt es die aktuelle Story), kämpft der Mautlösungsanbieter Kapsch mit einem schwierigen Marktumfeld und anhaltendem Margendruck (hier lesen). Die Ursachen sind zwar unterschiedlich, das Ergebnis ist aber dasselbe: Sparprogramme, Umbauten und die Suche nach einem Weg zurück zu nachhaltigem Wachstum.
Was du mitnehmen kannst: Der Gegenwind für Österreichs Industriebetriebe bleibt kräftig. Resilienz ist im Management gefragt. Bei Lenzing (Bild oben) heißt das: Schließung und Verkauf von Produktionsstätten.
Weg frei für Heumarkt?
In Wien gibt es dagegen einige lachende Gesichter. Etwa jenes von Investor Michael Tojner. Dessen Wertinvest will bekanntlich am Wiener Heumarkt ein umstrittenes Hochhausprojekt verwirklichen. Good News kamen dabei am Dienstag von der UNESCO, die Wien von der Liste der gefährdeten Welterbestätten strich. Erst vor einer Woche hatte der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) allerdings erkannt, dass für den Bau wohl eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig sei. Das Projekt bleibt also weiter im Fokus.
Derweil knallten in China die Korken. Der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) legte am ersten Handelstag an der Börse in Shanghai um 466 Prozent zu und wurde dabei kurzfristig zu Chinas wertvollstem Unternehmen. So einen IPO würde man sich auch einmal bei uns wünschen, meinen viele. Wobei ich mich auch frage, wieso der
RBI will Milliarden
Einiges tat sich auch bei den Banken. Die Erste Group Bank AG legte heute ein Ergebnis vor (hier lesen), das selbst Optimisten überraschte. Die Bankengruppe steigerte ihren Halbjahresgewinn um 18,6 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Das gelang vor allem dank der erstmals konsolidierten Polen-Tochter. Gleichzeitig profitierte die Erste Group in ihren Kernmärkten von einer starken Kreditnachfrage und hob deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr an. Die Raiffeisen Bank International AG (RBI), hier findest du die Geschäftszahlen, will in Österreich eine Schadenersatzklage über rund 3,15 Milliarden Euro gegen die Strabag-Aktionärin Rasperia einbringen und auf deren eingefrorene Vermögenswerte, darunter 28,5 Millionen Strabag-Aktien, zugreifen. Hintergrund: Nach einer Entscheidung eines russischen Gerichts sieht die RBI das Strafrisiko für ihre russische Tochter AO Raiffeisenbank deutlich reduziert. Wie aus dem Umfeld zu hören ist, schätzt die RBI die Erfolgsaussichten des österreichischen Verfahrens als hoch ein.
Splitter
Der Geldtransfer-Spezialist Western Union sperrt die in Wien ansässige Western Union Digital Bank zu. Der Schritt ist wenig überraschend, hatte doch die starke Konkurrenz durch Revolut, Wise und Co. dem Geschäftsmodell von Western Union zugesetzt.
Weil die Flüsse zu wenig Wasser führen und die Strompreise gesunken sind, versiegen beim Verbund derzeit auch Teile des Gewinns, der insgesamt um mehr als ein Drittel auf 518 Millionen Euro einbricht. Die Stromproduktion aus Wasserkraft ging wegen der niedrigen Pegel um fast zehn Prozent zurück. CFO Peter Kollmann sieht den Strompreis künftig etwas höher.
Die WEB Windenergie AG verkauft ihren 84-MW-Windpark Ariano in Italien für rund 145 Millionen Euro, nutzt damit aktuelle Marktbedingungen und investiert die freiwerdenden Mittel in neue Windkraftprojekte in Österreich, Kanada und Tschechien. Ein positiver Ergebniseffekt wird bereits im dritten Quartal erwartet.
Termine
In den kommenden Tagen stehen an der Wiener Börse eine Reihe von Unternehmensterminen an: Am 5. August der Faserhersteller Lenzing AG über die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr berichtet. Einen Tag später folgt die BKS Bank AG mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr, ehe am 7. August sowohl die Österreichische Post AG als auch der Feuerwehrausrüster Rosenbauer International AG ihre Halbjahresergebnisse präsentieren.trafrisiko für ihre russische Tochter AO Raiffeisenbank deutlich reduziert. Wie aus dem Umfeld zu hören ist, schätzt die RBI die Erfolgsaussichten des österreichischen Verfahrens als hoch ein.

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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