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Börsianer Watchlist: Heiß und kalt

Bei den Industrieunternehmen geht es sanft bergauf, der Arbeitskräftemangel wird zur Wachstumsbremse und beim Bieterstreit um die Addiko Bank ist der finale Countdown angezählt. Ich empfehle einen Negroni für alle schlechten Nachrichten.

Veröffentlicht

17.07.2026

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3 min
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Neben dem Sturzflug der SpaceX-Aktie (minus 33 Prozent in einem Monat) und den Bombardements im Iran - die Aktienmärkte korrigieren noch relativ gelassen - wird der und die geneigte Interessierte am Kapitalmarktgeschehen derzeit von sehr unterschiedlichen Nachrichten hin- und hergerissen. Strauchelnde Unternehmen wie Semperit AG Holding und Bajaj Mobility AG werden starke Halbjahreszahlen liefern. Bravo! Auch die Industriesparte entwickelte sich zuletzt leicht positiv, EY hat das Umsatzplus im ersten Quartal mit 1,1 Prozent angegeben. Das freut mich, denn wir haben richtig tolle Industrieunternehmen in Österreich. Aber, sagt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich:

"Die österreichische Industrie hat den Boden erreicht, aber noch lange nicht die Kraft, sich davon abzustoßen. Die Frage ist nicht mehr, ob die Rezession endet, sondern wie tragfähig die Erholung sein wird."

Auch der Arbeitskräftemangel ist weiterhin Top-Thema. Aus der Austrian-Business-Check-Umfrage des KSV 1870 geht hervor, dass es für neun von zehn Unternehmen (88 %) im Vergleich zum Vorjahr weiterhin schwierig ist, geeignetes Personal zu finden.

"Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Das kostet Wachstumspotenziale“, sagt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.

Als Hauptgründe für die komplizierte Personalsuche nannten die Befragten in erster Linie Defizite in puncto Qualifikation und Ausbildung, den Mangel an verfügbaren Fachkräften und eine sinkende Arbeitsmoral. Jetzt könnten wir darüber jammern, aber was was tun die Unternehmen für mehr Arbeitsmoral?

RBI bei Addiko Bank erfolgreich

Nachdem sich die Raiffeisen Bank International AG (RBI) jetzt auch mit einer Annahme ihres Angebots (26,50 Euro je Aktie) von mehr als 55 Prozent zufrieden gibt, hat sie gestern die Schwelle mit 55,32 Prozent überschritten. Ich hatte dir ausführlich über den Bieterwettkampf berichtet, das kannst du hier nachlesen. Ich finde es lustig, dass NLB-Vorstand Archibald Kremser kürzlich sagte: "Alle institutionellen Investoren sagen uns, dass sie unser Angebot annehmen wollen", aber die NLB nicht transparent offen legte, wieviel Anteile sie von diesen "allen" Insti-Investoren schon bekommen hat. Erinnert mich ein bisserl an Buschtrommeln. Jetzt ist es vorbei. Howgh!

Splitter

  • Die Semperit AG Holding wird ihr Halbjahresergebnis im Vergleich zum Vorjahr auf 67 Millionen Euro mehr als verdoppeln, meldete das Unternehmen Ad-hoc. Die Aktie hat sich seit dem Übernahmeangebot der B&C Holding kaum bewegt und notiert weiterhin um die 15 Euro. Wie du sicher weißt, wurden 4,97 Prozent der Aktien eingeliefert, die B&C besitzt jetzt 63,45 Prozent an Semperit. Weniger Streubesitz, weniger was los.

  • 62,1 Millionen Euro streifte Unternehmer Klaus Ortner beim Verkauf von 1,57 Millionen Aktien der Porr AG zum Preis von 39,50 Euro je Aktie ein.

  • Bei der Wiener Privatbank SE wechselte ein großes Aktienpaket für 4,4 Millionen Euro den Besitzer. Johann Kerbler verkaufte 8,3 Prozent, der bulgarische Alternative Investment Fund "Alpha Fund" griff zu.

  • Die Bajaj Mobility AG hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit um 81 Prozent mehr Motorräder verkauft als im Vorjahr. Im zweiten Quartal rechnet CEO Gottfried Neumeister mit einer Ebitda-Marge von 8,7 Prozent im Vergleich zu minus 55,6 Prozent im Vorjahr.

  • Halbjahreszahlen gibt es am 21.7. 2026 von Telekom Austria AG, EuroTeleSites AG und Bawag Group AG.

  • Am 23. Juli bittet CEO Attila Dogudan zur Hauptversammlung der Do&Co AG in den Uniqa Tower (dort ist ein Do&Co Restaurant). Die glücklichen Aktionäre können sich über ein tolles Buffet freuen!

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Börsianer Insider

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