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Börsianer Watchlist: Immer wieder, Übernahmefieber

Von wegen Sommerloch! Die Übernahmekämpfe in Europas Bankenbranche sorgen für Würze.

Veröffentlicht

10.07.2026

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3 min
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© Commerzbank/Börsianer
Hier siehst du den lachenden Unicredit-CEO Andrea Orcel, der bereits mehr als einen Fuß in der Tür der Commerzbank hat.

Schau, ich bin begeistert, dass der Kampf um die Addiko Bank AG das Sommerloch füllt. Ein Commerzbank-gegen-Unicredit-Krimi (mehr dazu weiter unten) für Kleine sozusagen. Mit all der nötigen Spannung! Auch wenn die slowenische NLB weiterhin - meiner Ansicht nach - trotz weitaus besserem Angebot (37 Euro je Aktie gegen 26,50 Euro) keine Chance in diesem Übernahmekampf gegen die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat, schafft sie es doch, die RBI zu ärgern. Die hockt seit 10. Juni 2026 jetzt auf knapp mehr als 50 Prozent der Addiko-Aktien, das Ziel von 75 Prozent in weiter Ferne. Das war von Anfang an ein Fiasko-Wunsch, wenn du mich fragst. Die RBI will jetzt (heute?) die Schwelle herabsetzen. Was heißt das für dich? You are entertained! Am 22. Juli endet das Angebot, danach gibt es eine Nachfrist von 3 Monaten, da können noch Aktien in das Angebot eingemeldet werden. Und dann kommt es zum Showdown auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Addiko Bank AG. Will die RBI ihre Pläne des Carve-Out durchsetzen (klick hier), braucht sie 75 Prozent der Zustimmung aller ANWESENDEN. Das wäre machbar. Die NLB spitzt indes darauf, dass der Carve-Out (die Addiko-Töchter in Serbien, Bosnien und Montenegro sollen an die Alta Group verkauft werden) keine Genehmigung (klick hier) bekommt.

Vielleicht wünschen sich Addiko-Aktionäre aber auch ein nachgebessertes Angebot der RBI? Wäre doch schade, wenn die Übernahme wegen Knausrigkeit scheitert! Gelingt der Coup nicht, ist ein Jahr Sendepause, die Addiko Bank macht weiter wie gewohnt. 

Unicredit macht bei Commerzbank Sack zu

Ziemlich erfolgreich ist derweil die italienische Unicredit mit ihrem feindlichen Übernahmeversuch der deutschen Commerzbank. 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktionäre haben das Unicredit-Angebot - für jede Commerzbank-Aktie gab es 0,485 Unicredit-Aktien - angenommen. Spannend, denn so cool ist dieses Umtauschoffert ja wirklich nicht. Die italienische Bank unter CEO Andrea Orcel besitzt nun 44,37 Prozent plus weitere Finanzinstrumente von 3,22 Prozent, die den Anteil auf 47,59 Prozent heben, mit Stimmrechten für 49,65 Prozent. Was als nächstes kommt? Feindliche Übernahmen schaffen keine Freunde, aber an den Tisch müssen sich die Manager der beiden Banken jetzt trotzdem setzen.

Ob größere Banken in Europa wirklich das Allheilmittel gegen die mächtigen US-Banken sind, kannst du hier nachlesen. Übrigens: Die beste Bankaktie Europas ist heuer derzeit die der Raiffeisen Bank International AG, wie du am Chart unten erkennen kannst. 

Splitter

Die im ATX Prime Index notierte Austriacard Holdings AG (die stellen die E-Cards in Österreich her!) hat mit der Dai Nippon Printing einen neuen Eigentümer, nachdem Eigentümer und Aufsichtsrat Nikolaos Lykos seine Aktien (74,58 Prozent) in das Übernahmeangebot eingeliefert hat. Auch der Vorstand steuerte noch 0,71 Prozent bei. Der japanische Übernehmer zahlt 10 Euro je Aktie und wollte mindestens 75 Prozent erreichen. Das hat er bereits geschafft (war ja auch nicht schwer...). Bis die Übernahme in trockenen Tüchern ist, braucht es noch einige rechtliche Freigaben. Die müssen bis 31. März 2027 einlangen. In Zukunft fabriziert also ein Japaner Österreichs E-Cards. Was für eine verrückte, lustige Welt!

Bitpanda hat die hauseigene Investorenplattform erweitert, du kannst dort jetzt auch mit Aktien und ETF Margin Trading veranstalten. Also mit einem Hebel von bis zu 20x handeln. Das ist was für den Nervenkitzel. Das solltest du wissen: Käufe sind gebührenfrei, für Verkäufe fällt eine pauschale Gebühr von 1 Euro an. Für Nutzer in Deutschland und Österreich werden anfallende Steuern auf Kapitalerträge soweit anwendbar automatisch berechnet, einbehalten und an die zuständigen Finanzbehörden abgeführt. "Steuereinfach" ist schon cool.

Bei der AT&S AG ist Blackrock mit 3,03 Prozent eingestiegen. Inklusive Finanzinstrumente hält der US-Investor 4,19 Prozent. Die Stiftungen der Ankeraktionäre Androsch und Dörflinger hatten vor kurzem AT&S-Aktien im Wert von 114 Millionen Euro verkauft.

Die Berichtssaison geht in zwei Wochen mit den Ergebnissen des 2. Quartals wieder los. Das erste Halbjahr ist immer ein guter Indikator für die Jahresendstimmung unter den börsennotierten Unternehmen. 

Das neue Börsianer Magazin ist erschienen. Mit spannenden Interviews, Analysen und Kommentaren. Die perfekte Sommerlektüre sozusagen. Lesen Sie, lesen Sie!

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