Watchlist: China, Fußball und ein neues Börsensternchen
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Großartig! Auf 197 Milliarden Euro stieg die Marktkapitalisierung der Wiener Börse in den vergangenen zwölf Monaten – das ist ein Plus von 25 Prozent! Für mich ein klares Zeichen, dass internationale Investoren Wien wiederentdeckt haben. Der ATX und der ATX TR (das ist jener inklusive Dividenden, laut Börse-Chef Christoph Boschan der einzig wahre Vergleichsindex) liegen heuer übrigens jeweils rund 21 beziehungsweise 25 Prozent im Plus. Spitzenreiter auf Sicht von zwölf Monaten ist weiterhin die AT&S AG – mit einer Performance von 1.200 Prozent! Die FACC AG (plus 167 Prozent) und die RBI (plus 118 Prozent) sind die Wingmen. Und mit der Emerald Horizon AG startete ein neues Unternehmen stark an der Börse. Die Aktie des Grazer Technologieunternehmen, das Kernfusionstechnologie entwickelt, ist seit Freitag in Wien notiert. Und legte gleich am ersten Handelstag um fast 30 Prozent zu!
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Hände weg vom Fußball!
Auch wenn die Fußball-WM derzeit ein Milliardenpublikum begeistert, sind Investments in börsennotierte Fußballclubs keine gute Idee. Ich habe mir für dich den Pelé-Index angesehen, der in 18 europäische Fußballclubs investiert. Hier siehst du, dass man damit eher Geld verbrennt – egal, ob die Teams viele Titel holen oder nicht.
China-Phobie?
Ein Match der anderen Art spielt sich derzeit in der Industrie ab. Zwei CEOs heimischer Tech- und Industrieunternehmen haben mir kürzlich erzählt, dass einige ihrer Kunden – vor allem aus den USA – keine Produkte mehr aus China beziehen wollen. Die Kunden sind sogar bereit, dafür mehr zu zahlen. Das hört sich für mich ein bisschen nach China-Phobie an und wird noch weitreichende Folgen haben, weil China in Europa immer stärker mitmischt – vor allem im Automobil- und Handelssektor. Was meinst du? Geht die Entwicklung jetzt noch stärker in Richtung Local for Local?
Ich hatte dir ja schon berichtet, dass sich die Finanzmarktaufsicht FMA auf einen Nachfolger von Helmut Ettl geeinigt hat. Oliver Schütz (derzeit noch Bereichsleiter für die Bankenabwicklung) wird am 1. November 2026 in den Vorstand aufsteigen und gemeinsam mit Mariana Kühnel die Geschicke der Aufsicht in den nächsten Jahren prägen. Helmut Ettl war seit 2008 FMA-Vorstand. Das ist schon sehr lange. Ich finde, hier sollte es kürzere Vorstandsmandate geben. So ein Posten darf keine Endstation bis kurz vor der Pension sein.
Aufatmen heißt es bei der Kommunalkredit Austria AG. Die Spezialbank hat nach unseren Recherchen etwa 135 Millionen Euro in das grüne Stahlwerk Stegra investiert. Das Riesenprojekt in Nordschweden kämpfte zuletzt allerdings mit einigen Problemen. Nicht zuletzt klaffte eine Finanzierungslücke von 1,4 Milliarden Euro. Diese wurde nun geschlossen, wobei der schwedische Investor Wallenberg federführend war und alle Investoren an Bord blieben. Von der Kommunalkredit wollte mir allerdings niemand sagen, ob sie sich an dieser Finanzierungsrunde mit frischem Kapital beteiligt hat.
Splitter
Die CA Immo platzierte erfolgreich einen 300 Millionen Euro schweren Green Bond. Das Orderbuch war dabei um das Fünffache überzeichnet. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, der jährliche Kupon liegt bei 3,5 Prozent. Auch die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) brachte eine 500-Millionen-Euro-Anleihe (Verzinsung: drei Prozent, Laufzeit: fünf Jahre) relativ leicht bei Investoren unter. Das finale Orderbuch erreichte ein Volumen von rund 1,3 Milliarden Euro und war damit mehr als zweieinhalbfach überzeichnet. Was das bedeutet? Investoren haben Geld und wollen es halbwegs sicher anlegen.
Die Einführung des digitalen Euro rückt näher: Wirtschafts- und Währungspolitiker im Europaparlament machen Druck, das Projekt rasch umzusetzen, um Europas finanzielle Souveränität zu stärken und unabhängiger von US-Zahlungsanbietern zu werden. Nun nahm das Projekt eine wichtige politische Hürde. Die Abstimmung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments ergab eine klare Zustimmung. Bereits 2027 könnte eine erste Testphase mit realen Transaktionen starten, sofern die nötigen EU-Gesetze 2026 beschlossen werden. Eine mögliche Einführung wird in den darauffolgenden Jahren vorbereitet.
Termine gibt es kommende Woche übrigens kaum. Wenn du auf der Gästeliste stehst, ist das Sommerfest der RLB Oberösterreich am 30. Juni sicher ein Fixtermin – oder die Feier zu 25 Jahren Börsennotiz der Andritz AG tags darauf in Wien. Sonst heißt es: Genieße das Freibad!

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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