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Watchlist: Ein Griff nach den Sternen

Die Woche brachte große Visionen, harte Budgetrealität und neue Impulse bei Energie und Digitalpolitik.

Veröffentlicht

12.06.2026

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3 min
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Stock market screens showing a candlestick chart and a list of price changes with positive and negative percentages.
© Börsianer
SpaceX setzt die Börse in Extase.

Die Börse blickt nach oben – und diesmal ist das wörtlich gemeint. Der am Freitag stattfindende SpaceX-Börsengang mit einer Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar könnte zur wichtigsten Zukunftswette des Jahrzehnts werden. Die Erwartungen sind gigantisch, die Orderbücher nahezu vierfach überzeichnet. Auf asiatischen Graumärkten wird die Aktie bereits mit einem Aufschlag von 340 Prozent gehandelt. Hier eine kurze Einschätzung zu Chancen und Risiken dieser Wette auf die Zukunft.

Leitzins steigt erwartungsgemäß

Bodenständiger geht es derweil bei uns zu. Wie erwartet hob die EZB heute den Einlagenzins um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent an. Die Märkte dürften dies bereits eingepreist haben. Verlässliche Politik in ernsten Zeiten verspricht Finanzminister Markus Marterbauer.

Dass ein Spar-Doppelbudget kein Ponyhof ist, liegt auf der Hand. Die Kritik, wonach strukturelle Reformen fehlen, vieles zu kleinteilig gedacht wird und der Entwurf der Regierung eher ein Belastungs- als ein echtes Sparpaket darstellt, hat allerdings ebenfalls Substanz.

Dabei eröffnen Krisen oft die besten Chancen für Reformen – wie Fiskalratschef Christoph Badelt bei einer Podiumsdiskussion zur Veröffentlichung des Chancenreports von EY Denkstatt und dem Kontext-Institut betonte. Pendlerpauschale und Dieselprivileg seien aus seiner Sicht klimaschädliche Subventionen, die man durchaus hätte streichen können.

Letzteres war übrigens auch geplant, wie mir der Finanzminister kürzlich erzählte. Die Energiekrise infolge des Konflikts mit dem Iran habe die Umsetzung jedoch verhindert – so zumindest seine Erklärung.

Gas geben für weniger Gas

Sollte sich diese Krise nicht bald entschärfen, dürfte das neuen Druck auf die Gaspreise ausüben. So zumindest die Sorge, die der Direktor der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, laut Insidern kürzlich in einem Fachgremium äußerte.

Kein Insiderwissen, sondern öffentlich belegt ist hingegen, wie sich die Energiekosten senken lassen: durch den schnellen Ausbau der Erneuerbaren. Eine vom Austrian Institute of Technology (AIT) veröffentlichte Studie verdeutlicht genau das. Gut, dass heute (endlich) das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) beschlossen wurde.

Wie Elektrifizierung in der Praxis funktioniert, zeigt etwa Norwegen: Dort sind 98 Prozent der PKW-Neuzulassungen E-Autos. In China sind bereits 60 Prozent der neuen LKW elektrisch unterwegs.

Vorwärts geht es jedenfalls auch beim digitalen Euro. Wie du sicher weißt (mehr dazu hier), soll dieser die Abhängigkeit von US-Dienstleistern wie Visa oder Mastercard verringern. Wie mir Josef Meichenitsch, Direktor der Oesterreichischen Nationalbank, beim RBI-Sommercocktail erzählte, scheint sich nun auch die bislang skeptische Stimmung im Bankensektor zu drehen. Derzeit werden Partner für die 2027 startende Pilotphase gesucht.

Die meisten werden nicht erfolgreich sein – und genau das ist das Wunderbare.
Rainer Zitelmann
Der Autor hat zuletzt „Weltraumkapitalismus“ veröffentlicht und erklärte im Gespräch mit dem Börsianer Magazin, warum viele Unternehmen der Space Economy scheitern werden – der Sektor insgesamt aber dennoch eine große Zukunft hat.

Splitter

  • Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat sich im Übernahmepoker um die Addiko Bank endgültig durchgesetzt und bereits die Kontrolle über mehr als 50 Prozent der Anteile gesichert. Trotz eines höheren Angebots der slowenischen NLB entschieden sich die Aktionäre für die RBI. Ausschlaggebend waren unter anderem die höhere Transaktionssicherheit und geringere regulatorische Risiken.

  • Do & Co hat im Geschäftsjahr 2025/26 ein Rekordergebnis erzielt: Der Gewinn stieg um 14,4 Prozent auf 105,8 Millionen Euro, der Umsatz legte um 7,1 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zu. Getragen wurde der Sprung vor allem vom starken Airline-Catering. Auch operativ verbesserte sich der Konzern deutlich und zeigt sich für 2026/27 trotz geopolitischer Risiken optimistisch.

  • Auf der Uniqa-Hauptversammlung wurden zwei Wechsel im Aufsichtsrat beschlossen: Michael Höllerer folgt auf Johann Strobl, Bernhard Breunlich auf Markus Andréewitch. Zugleich wurde eine um 20 Prozent erhöhte Dividende von 0,72 Euro je Aktie genehmigt.

Termine

Kommenden Mittwoch präsentiert die Kapsch TrafficCom AG die detaillierten Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Zahlen liegen bereits vor und fielen etwas besser aus als erwartet.

Hauptversammlungen halten die Frauenthal Holding AG (Mittwoch) sowie die Frequentis AG und die Reploid Group AG (jeweils Freitag) ab.

Börsianer Insider

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Börsianer Insider

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