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Watchlist: Volle Power

Veröffentlicht

29.05.2026

Lesezeit

3 min
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Es geht um günstigere Energie.

“I Got the Power” – der 1990er-Euro-Dance-Hit der Kombo Snap ist bekanntlich derzeit in ganz Europa eher Wunschtraum als Realität. Die Suche nach einer günstigen und gleichzeitig unabhängigen Energieversorgung bleibt einer der zentralen Indikatoren wirtschaftlicher Entwicklung. Nach einiger Zeit hat sich jetzt auch die Regierung auf einen neuen Krisenmechanismus geeinigt – um die Energiepreise in Extremfällen im Griff zu behalten – mehr dazu hier. Dass dabei das große Thema der Energieunabhängigkeit und des Netzausbaus weiterhin auf der langen Bank liegt, ist ein bedauerlicher, aber wenig überraschender Nebeneffekt. Wer Erneuerbare will, muss eben auch ordentliche Rahmenbedingungen schaffen, damit diese finanziert und vor allem zügig umgesetzt werden.

Dazu passt auch der aktuelle Kommentar von Finanzexperte und Publizist Christian Röhl, der bei diesen Technologien wieder Chancen für Anleger wittert – hier lesen.

Dass seit Kurzem Mini-AKW (sogenannte SMR) als mögliche Energielösungen gehandelt werden, ist klarerweise eine direkte Folge der wieder einmal neu aufgeflammten Energiekrise. Im aktuellen Börsianer Perspektiven-Magazin haben wir uns angesehen, ob SMR tatsächlich zur teilweisen Lösung des Energieproblems beitragen können – oder ob es eher bei der Hoffnung bleibt – hier lesen.

Wer glaubt es noch?

Abgesehen von den aktuellen Krisen markierte die Wall Street ein neues Allzeithoch. Auch der ATX schoss über die psychologisch wichtige 6.000-Punkte-Marke (der ATX TR über 15.000 Punkte), während sich der DAX vorsichtig an sein Rekordhoch herantastet: Die Märkte preisen derzeit eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten ein – obwohl nach den von US-Präsident Donald Trump verkündeten Fortschritten in den Gesprächen mit dem Iran prompt wieder die Waffen sprachen.

ATX TR und DAX (orange) im 1-Jahres-Vergleich.

Ölpreise und Anleiherenditen gaben nach, die Risikoprämie schrumpft. Doch der Rückgang bleibt überschaubar – und genau das ist die eigentlich interessante Botschaft: Wer wirklich an eine nachhaltige Lösung glaubt, würde beherzter zugreifen. Dass beide Märkte auf erhöhtem Niveau verharren, spricht eher für vorsichtige Hoffnung als für echte Überzeugung.

Spannend ist zudem, dass sich die Analysten aktuell nicht einig sind, ob der neue – von Trump ernannte – Fed-Chef Kevin Warsh tatsächlich die Zinsen in den USA senken wird. Da erzählte mir vor wenigen Tagen André Haagmann, CEO von Union Investment, die rund 12 Milliarden Euro an österreichischem Anlegergeld verwaltet, dass er eine baldige Öffnung der Straße von Hormus für durchaus wahrscheinlich hält. Seine Analysten gehen zudem davon aus, dass Warsh heuer noch zweimal senkt.

Dass das viele – angesichts der Inflationslage – komplett anders sehen, zeigt das aktuelle Prognose-Dilemma ziemlich deutlich. Oder anders gesagt: Solange Trump am Ruder ist, hat Rationalität ohnehin nur eingeschränkten Dienst.

Splitter

Der steirische Anlagenbauer Andritz hat zwei Großaufträge in Brasilien erhalten. Der Gesamtauftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie Andritz am Mittwoch mitteilte. Der brasilianische Energieversorger Copel (Companhia Paranaense de Energia) hat zwei Aufträge zur Lieferung und Inbetriebnahme zusätzlicher Maschinensätze für die Wasserkraftwerke Foz do Areia und Segredo am Rio Iguaçu im Bundesstaat Paraná vergeben. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant, die Inbetriebnahme der Anlagen für 2030.

Bei der Repolid Group AG wurden im Zuge einer internen Aufarbeitung ältere Unterlagen geprüft – und dabei auch gleich Formalfehler rund um die Bestellung des Abschlussprüfers entdeckt, insbesondere im Umstellungsjahr 2023 von GmbH auf AG. Um das zu bereinigen, sollen nun sogar bereits festgestellte Jahresabschlüsse (2023 und 2024) widerrufen und neu beschlossen werden. Das verzögert auch den Abschluss 2025 – und wirkt insgesamt doch etwas ungewöhnlich, sowohl in der Größenordnung als auch in der nachträglichen Korrektur mehrerer Jahre.

Die Strabag SE investiert über den neuen, mit 100 Millionen Euro ausgestatteten Early-Stage-Fonds „Loom Ventures“ in europäische InfraTech-Start-ups. Eine Kooperation mit dem Baukonzern ist für die Beteiligten optional – aber vermutlich nicht ganz unattraktiv.

Börsianer Insider

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Börsianer Insider

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