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Immo-Markt: Es ist eng und wird noch enger

Laut aktueller Analyse geht die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in Wien weiter auf. Da hilft nur bauen, bauen, bauen, meinen Raiffeisen-Experten.

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20.01.2026

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© Börsianer / KI-generiert
Im Wiener Stadtbild ist die Anzahl an Baukränen wegen der gesunkenen Bautätigkeit geringer geworden.

In Wien ist es, was den Wohnraum betrifft, schon recht eng. Und geht es nach der im vorigen November veröffentlichten Bevölkerungsprognose der Statistik Austria wird es bald noch viel enger. Kann doch die Bewohneranzahl bis 2035 gegenüber dem Stand von 2024 um 6,7 Prozent ansteigen. Aber wo sollen die Menschen künftig wohnen? Der Neubau reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. In Zahlen: 2021 wurden noch 16.200 neue Wohnungen fertiggestellt, 2024 waren es immerhin noch 10.900 neue Einheiten. Für das laufende Jahr wird aber nur mit 8.900 gerechnet. Das ist laut Raiffeisen Research umso bedenklicher, weil sich acht der 11 österreichweit erfassten Bezirke, in denen Wohnraum knapp ist, in Wien befinden.

10.000 sind zu wenig

Der Hund ist einerseits in der Anzahl der Baugenehmigungen begraben: für das laufende Jahr sind das nur rund 10.000. Laut den Raiffeisen-Experten dauert es viel zu lange, bis Genehmigungen erteilt werden. In früheren Zeiten brauchte das etwa ein halbes Jahr, jetzt sind es zwei Jahre. Darüber hinaus haben sich die steuerlichen Rahmenbedingungen über die Jahre hinweg verschlechtert, was auf die Investitionen gedrückt hat.  

Zwischen Ende 2022 bis Ende 2024 befanden sich die Immopreise in Österreich laut Matthias Reith, Senior-Ökonom für den österreichischen Immobilienmarkt bei Raiffeisen Research in einem „kontrollierten Sinkflug“. Damit war es im Vorjahr mit einem Preisanstieg von durchschnittlich einem Prozent Schluss. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Plus zwischen zwei und drei Prozent gerechnet. In Wien fiel der Rückgang zwischen dem dritten Quartal 2022 und Ende 2024 mit 7,3 Prozent höher aus als im Österreich-Schnitt. Dafür fiel der Preisanstieg von Wohnimmobilien im Vorjahr mit rund 1,3 Prozent einen Tick höher aus.

Ist das vielleicht der Beginn einen neuerlichen Immobilien-Booms? Diesbezüglich winken die Raiffeisen-Experten ab: „In Wien können die Preise zwar stärker steigen als im österreichischen Schnitt. Aber es gibt keine Neuauflage des Booms. Wohneigentum ist zwar wegen dem nach hohen Lohnanpassungen gestiegenen Einkommen wieder leistbarer geworden. Aber bei den Kreditzinsen ist mit keinem weiteren Rückenwind von der EZB zu rechnen. Fixzinsen gibt es um rund drei Prozent. Dieser Satz gilt als neue Realität.“      

Robert Winter

Autor

Robert Winter

Finanzjournalist

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