Börsianer Roadshow: Energiehunger und Investitionsboom
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Energie ist längst mehr als ein Nachhaltigkeitsthema. „Die Diskussion verschiebt sich Richtung Energiesicherheit und Energieunabhängigkeit“, sagt Christian Schaefer von Goldman Sachs Asset Management. Geopolitische Spannungen treiben dabei den Kapitalbedarf, „der Investitionsdruck ist so groß wie selten zuvor.“
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Fokus auf die Netze
Gleichzeitig verschiebt sich das Problem. Nicht die Produktion ist der Engpass, sondern die Infrastruktur. Andreas Gintschel von Effectual bringt es auf den Punkt: „Die Herausforderung ist nicht mehr die Erzeugung, sondern der Transport.“ Negative Strompreise zeigen die Schieflage. Es fehlt an Netzen, Speichern und Steuerung. Sven Lehmann von der Green Benefit AG ergänzt: „Wir haben die Energiewende begonnen. Jetzt müssen wir sie smarter umsetzen.“ Das gilt auch beim einstigen Trendthema Wasserstoff, das einige Investoren mittlerweile wieder fallen ließen. „Für PKW hat sich Wasserstoff nicht durchgesetzt“, sagt Lehmann. Die Zukunft liege aber in Industrie und Speicherung. Auch hier ist Pragmatismus gefordert: „Bevor man Energieressourcen abschaltet, produziert man lieber Wasserstoff.“
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Der steigende Kapitalbedarf in der Energieinfrastruktur verschiebt auch Finanzierungswege: „Der klassische Kapitalmarkt allein wird das nicht stemmen“, so Schaefer, der in Private Credit investiert. Private Investments gewinnen an Gewicht, vor allem dort, wo stabile Cashflows entstehen.
Herausforderung KI
Zusätzlichen Druck erzeugt die Expansion der Künstliche Intelligenz. „Der Energiebedarf von KI ist massiv“, so Adrian Daniel von Laiqon Asset Management. Effizienz wird damit zur Schlüsselgröße – von Chips über Kühlung bis zu Standortfragen und auch wichtig bei Investments. Mit der Transformation wächst zudem ein weiterer Druckpunkt: Jener auf die Rohstoffe. „Versorgungssicherheit wird zum Wachstumsfaktor“, sagt Adrian Daniel und spielt damit auf einen zunehmend in bi- oder multilateralen Konflikten ausgetragenen Kampf um knappe Ressourcen an.
So wird auch der Begriff Nachhaltigkeit neu gedacht. „Sie funktioniert, wenn sie ökonomisch verstanden wird“, so Gintschel, der mit Effectual Unternehmen nach externen Effekten bewertet und darauf basierend Investments festlegt: In Unternehmen, die effizienten Ressourceneinsatz pflegen. Entscheidend ist Effizienz, nicht die einzelne Lösung, sondern viele kleine Verbesserungen im System.
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„Goldrausch im Orbit“
Zum Abschluss richtet sich der Blick ins All. Weltraumexperte Gernot Grömer vom Österreichischen Weltraumforum spricht von einem strukturellen Wandel: „Wir erleben einen Goldrausch im Erdorbit.“ Die globale Space Economy umfasst bereits rund 600 Milliarden Dollar und wächst jährlich um 10 Prozent. Entscheidend sind dabei skalierbare Geschäftsmodelle rund um Daten und Infrastruktur. „Sobald ein System im Orbit ist, wird es automatisch global.“ Diese Skalierungsmöglichkeiten sind natürlich Argumente für Investoren. Und nicht fehlen darf: Seine Einschätzung zum anstehenden Mega-IPO von Space X. Grömer bremst ein wenig die Euphorie vieler Börsianer. Gründe hierfür sind der von ihm als übertrieben empfundene Hype, unbewiesene technologische Versprechen, technologische Risiken bei neuen Projekten wie etwa Rechenzentren im Orbit und ein dynamischer, kompetitiver Markt.

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