Bawag-Boss: Dividendenkaiser der CEOs
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Die Vorstände der Bawag Group AG, allen voran CEO Anas (Abuzaakouk), zeigen schon sehr transparent, wie lukrativ Aktionärsein ist. Anas hält persönlich 1,378 Millionen Aktien (1,8 Prozent), die er großteils aktiv gekauft und zusätzlich über Vergütungsprogramme eingesammelt hat. Da die Bawag Group AG für 2025 eine Dividende von 6,25 Euro je Aktie ausschütten möchte, bekommt Anas so zusätzlich zu seinem Gehalt (2024 waren es 10,9 Millionen Euro!) weitere 8,61 Millionen Euro in seine Kasse gespült. Das macht ihn zum Dividendenkaiser unter den CEOs.
Auch Oberbank-CEO Franz (Gasselsberger) gehört zu den aktiven Käufern der eigenen Aktie, laut Geschäftsbericht besaß er Ende 2024 35.179 Stück. 2025 kamen über Vergütungsprogramme noch einige Aktien dazu. Mit der vorgeschlagenen Dividende von 1,35 Euro je Aktie bekommt Franz ein nettes Zubrot von knapp 47.500 Euro.
Fleißig gekauft bis ins Jahr 2022 hat auch Johann (Strobl), der CEO der Raiffeisen Bank International AG besitzt 53.000 selbstgekaufte Aktien plus jene aus Vergütungsprogrammen. Die günstigsten RBI-Aktien erwarb er im März 2020 für 11,18 Euro, derzeit notiert die Aktie bei 41,20 Euro. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 1,60 Euro bringt Johann etwa 85.000 Euro zusätzlich ein.
Aktienkultur fängt bei den Vorständen an
In alten Director's Dealings Meldungen (ich habe sie für dich durchforstet) aus den Jahren 2008 und 2019 habe ich Aktienkäufe von Erste-Group-CEO Peter (Bosek) erspäht: 4.000 Stück zu 16,5 Euro und 500 Stück zu 29,90 Euro haben sich nicht nur kurstechnisch für Peter ausgezahlt, denn die Aktie der Erste Group Bank AG notiert aktuell bei 103,80 Euro. Insgesamt besaß Peter zuletzt 10.351 Aktien, auch hier hat sich die Zahl durch Vergütungsprogramme vermehrt. Den Dividendenvorschlag der Erste Group Bank AG erfährst du diesen Donnerstag. Ein begnadetet Aktionär der eigenen Bank war übrigens auch Andreas (Treichl).
Was nehme ich mit? Mit Franz und Johann verschwinden bald zwei CEOs, die einiges für die Aktienkultur in Österreich gemacht haben. Vor allem bei Franz und Anas merkt man, dass sie stolz auf ihre Bank sind. Ich würde mir wünschen, dass viel mehr CEOs und Vorstandsmitglieder der ATX-Unternehmen aktiver eigene Aktien kaufen und sich nicht nur auf den Vergütungsprogrammen ausruhen, die ihnen automatisch Aktien zuteilen. Positive Stimmung für den Kapitalmarkt muss zuerst aus den eigenen Reihen kommen, das fällt unter Vorbildfunktion. Und: An der Bawag Group AG können sich die anderen Banken ein Beispiel nehmen. Auf der Webseite wird transparent der aktuelle Aktienstand der Vorstände ausgewiesen, bei den anderen Banken findet man nur die Bestände im jeweiligen Geschäftsbericht vom Vorjahr oder muss sich die Zahlen aus alten Meldungen zusammensuchen.

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