Gastkommentar

Freiheit statt Planung

Europa leidet nicht an einem Mangel an politischen Programmen. Europa leidet an einem Übermaß davon.

Veröffentlicht

28.07.2026

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Kaum ein wirtschaftliches Problem, das nicht mit neuen Regulierungen, Subventionen oder Vorgaben beantwortet wird. Die zugrunde liegende Annahme lautet stets dieselbe: Politiker und Behörden könnten wirtschaftliche Entwicklungen besser steuern als Millionen Bürger und Unternehmer.

Genau diese Vorstellung ist der Kern sozialistischen Denkens. Nicht die Verstaatlichung steht dabei im Vordergrund, sondern der Glaube an die Überlegenheit zentraler Planung gegenüber dezentralen Entscheidungen. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass Wohlstand dort entsteht, wo Menschen frei handeln, investieren und innovieren können. Gerade die Europäische ­Union entwickelt sich zunehmend zu einer Regulierungsmaschine. Neue Berichtspflichten, Standards und Eingriffe belasten Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe. Während andere Weltregionen um Innovation und Wettbewerbsfähigkeit kämpfen, produziert Europa immer neue Vorschriften. Dabei entsteht wirtschaftlicher Fortschritt nicht in Behörden, sondern in Unternehmen. Nicht politische Programme schaffen Wohlstand, sondern Unternehmer, Investoren und Arbeitnehmer, die freiwillig zusammenarbeiten und Risiken eingehen. Die große Herausforderung Europas ist daher nicht der Mangel an staatlicher Steuerung. Es ist der Mangel an Vertrauen in die Freiheit seiner Bürger. Wer Wohlstand sichern will, sollte nicht nach mehr Planung rufen, sondern nach weniger. Denn Freiheit ist kein Risiko für wirtschaftlichen Erfolg – sie ist seine wichtigste Voraussetzung.

Jochen Dickinger

Autor

Jochen Dickinger

Aufsichtsrat Athos Immobilien AG

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