Insider

Voestalpine-CEO: "Es muss Erleichterungen geben"

CO2-Gratiszertifikate müssen verlängert werden, sonst gebe es keine Dekarbonisierung in Europa.

Veröffentlicht

08.04.2026

Lesezeit

2 min
Teilen auf
© Börsianer
Hier siehst du Herbert Eibensteiner in Aktion. Ihm gegenüber siehst du Manfred Schumi. Ich habe dieses Bild für dich aus der Hüfte geschossen. Legendär!

Voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner gab sich heute im Klub der Wirtschaftspublizisten trotz der geopolitischen Brandherde erstaunlich entspannt. "Managebare Dinge wie die laufende Restrukturierung und der Organisationsumbau" werden umgesetzt, "wir haben auch eine sehr robuste Strategie". Außerdem ist es "die Aufgabe der Manager die Unternehmen durch schwierige Zeiten zu führen", meinte Herbert. Politische Forderungen hatte er auch im Gepäck.

"Wir brauchen eine Verlängerung der CO2-Freizertifikate, weil die Energiethemen noch nicht gelöst sind und mehr Zeit brauchen, um diese tatsächlich umzusetzen. Zum Beispiel sind die Wasserstoffnetze ja nicht da oder noch nicht da", gab sich Voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner heute sehr klar im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Die Verlängerung der CO2-Freizertifikate (laufen bis 2034) oder Gratiszertfikate, die Industriekonzerne in der Europäischen Union für ihren Schadstoffausstoß kaufen können, ist eines der wichtigsten Themen für die Voestalpine AG. Das bedeute keine Abkehr von Projekten wie Green Tech Steel, dort sei man im Zeitplan.

"Wir können nicht die Ziele verschärfen, gleichzeitig aber nicht die Energie und Netze für diese Projekte zur Verfügung haben. Irgendeine Art von Erleichterung muss es geben, um tatsächlich die Dekarbonisierung in Europa stattfinden zu lassen."

Der Europäische Rat hat die Europäische Kommission beauftragt, bis in den Sommer erste Vorschläge zu machen.

"Wir werden sehen, was dort kommt. Wir wissen natürlich, dass der Realismus bei den Juristen in der EU, die jetzt so tolle Gesetze geschrieben haben, endenwollend ist" , meinte Herbert lakonisch.

Kaputtes Bahnnetz und starke Logistik

Was ich noch von dem Gespräche für die mitgenommen habe:

  • die Voestalpine AG verzeichnet Rekordaufträge von einer Milliarde Euro im Luftfahrtbereich (für Triebwerke und Fahrwerke). Größter Kunde ist Airbus.

  • Das deutsche Bahnnetz ist so kaputt, dass es viele Jahre an Reparaturen braucht

  • Indien ist ein wichtiger Wachstumsmarkt, dort werden Weichen hergestellt

  • die Voestalpine AG bezieht Gas aus Norwegen, Afrika (Leitung geht über Italien), LNG aus den USA, Russland

  • Logistikgeschäft ist Wettbewerbsfaktor: Lieferkette (für Rohstoffe) wurde massiv diversifiziert, auch die Ukraine liefert nach wie vor Erz.

  • UVP-Novelle: Naturschutz und Klimaschutz sind gleichgewichtet - "so wird es keinen Netzausbau geben", sagt Herbert

Börsianer Insider

Autor

Börsianer Insider

ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.

Teilen auf