Von Lobbyisten, Buzzwords und zu viel Regulatorik
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Eusipa-Generalsekretär Thomas (Wulf) hat gestern beim Zertifikateauftakt in der Wiener Börse aus dem Nähkästchen geplaudert. Er ist einer von rund 40.000 Lobbyisten in Brüssel, der sich für die Branche der strukturierten Produkte versucht, stark zu machen. 40.000 Lobbyisten aus den unterschiedlichsten Branchen (Thomas steht in Konkurrenz mit der European Anglers Alliance, dem European Balloon and Party Council, 15 verschiedenen Verpackungslobbys, die Liste ist endlos) stehen 33.200 Personen aus der EU-Kommission gegenüber. Hier braucht Thomas die richtigen „Buzzwords“, um überhaupt gehört zu werden. 2025 waren das:
Die wichtigsten Themen für Thomas sind heuer die Steuerkomponente („die wird außen vorgelassen, jeder Staat docktert da anders herum“) und die Überregulierung.
„Der Regulator muss sich davon lösen, Anlageentscheidungen selbst treffen zu wollen. Wir brauchen mehr Offenheit für die Assetklassen“, hat mir Thomas zugeraunt.
Börsechef Christoph (Boschan) war als Gastgeber natürlich mit von der Auftaktpartie und meinte lakonisch zur „regulatory suffocation“:
„Es gibt keinen politischen Willen das zu ändern, ich weiß nicht, woher der kommen soll. Und in Europa haben wir außerdem keinen einzigen relevanten Hebel für den Kapitalmarkt“.
Christoph gleich zu Jahresbeginn „on fire“ sag ich nur. OeNB-Gouverneur Martin (Kocher) brach als Gastredner erneut eine Lanze für die wichtige Stütze des Kapitalmarkts als Vehikel, um gesellschaftliche Ziele zu erreichen.
Steuerliche Incentives mit Riesenwirkung
Dafür braucht es laut Thomas aber steuerliche Vorteile. Dass steuerlichen Incentives riesige Wirkung erzielen, zeigt ein Beispiel aus Belgien. Dort wurde 2023 eine Staatsanleihe mit einjähriger Laufzeit und einer Verzinsung von 3,3 Prozent und 50 Prozent geringerer Besteuerung auf den Markt gebracht. Damit konnten innerhalb von 10 Tagen 22 Milliarden Euro von Retailinvestoren eingesammelt werden. Auch die 5-jährige ungarische Staatsanleihe mit einer Verzinsung von 7 Prozent verzichtet auf Einkommenssteuer und Sozialsteuern auf Dividenden und ist das Top-Produkt der Retailinvestoren. Wenn der staatliche Wille da ist, könnte auch am Kapitalmarkt in Österreich viel positives passieren, nehm ich mit.
Das Zertifikate Forum Austria feiert heuer übrigens 20-jähriges Jubiläum. Das sagt mir: Unterkriegen lässt sich die Branche nicht so leicht.

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