KI-Warnung: Wer gewinnt die 700-Milliarden-Wette?
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OpenAI verschiebt seinen Börsengang: Die Nachricht hat viele Börsianer am Wochenende aufgeschreckt. 700 Milliarden US-Dollar hat Big Tech mittlerweile in Rechenzentren und KI-Infrastruktur gesteckt. Gleichzeitig warnen Tech-Bosse, wie Anthropic-CEO Dario Amodei, vor den Gefahren immer mächtigerer Systeme, während politisch über Regulierung gestritten wird (die US-Regierung will KI entgegen aller Warnungen unreguliert lassen) - hier mehr lesen. Aus Investorensicht stellt sich für mich eine ganz andere Frage: Wissen wir überhaupt schon, worauf hier 700 Milliarden US-Dollar gewettet werden? KI-Experte Leopold Quell von Raiffeisen Capital Management hat mir dazu einen spannenden Gedanken mitgegeben: Die wahren Gewinner des KI-Booms werden wir erst im Nachhinein erkennen. Google oder Netflix waren schließlich auch nicht die Stars der ersten Stunde der New Economy. Der Markt liebt es, Sieger früh auszurufen, doch die wirklich großen Gewinner erkennt er meist erst im Rückspiegel.
Europa angehängt?
Das gilt auch für Europa. Oxford-Professorin Sandra Wachter widerspricht im Gespräch mit mir jedenfalls der beliebten These, der KI-Zug sei für Europa längst abgefahren. Dass diese Erzählung so dominant ist, überrascht sie auch wenig: Die Debatte werde vor allem von jenen geprägt, die heute vorne liegen. Wachters entscheidender Punkt: Vieles von dem, was KI künftig ausmachen wird, muss erst erfunden werden. Genau darin liegt Europas Chance. Vielleicht diskutieren wir also gerade viel zu intensiv darüber, wer das KI-Rennen heute anführt, obwohl noch gar nicht feststeht, wo eigentlich die Ziellinie liegt und welche regulatorischen Rahmenbedingungen wir benötigen.

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