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Nachhaltigkeit: So will EU-Kommission die Berichte abspecken

Die EU-Kommission arbeitet an der Vereinfachung der Vorschriften zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Nun wurden erste Details bekannt.

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30.01.2025

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2 min
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Leute besprechen die CSR Berichterstattung in einem Büro
© KI generiert/ Chat GPT
Die Berichterstattung unter CSRD soll die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Schafft aber eine Menge bürokratischen Aufwand. Jetzt soll dieser reduziert werden.

Eigentlich sollte die Nachhaltigkeitsberichtserstattung (CSRD) die grüne Transformation der europäischen Wirtschaft beschleunigen und globale Wettbewerbsvorteile schaffen. In der konkreten Umsetzung steht sie aber in der Kritik: Stickwort überbordende Bürokratie. So hat die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen eine Überarbeitung der Berichterstattungsrichtlinien angekündigt. Nun sickerten erste Details durch, wie der deutsche Tagesspiegel berichtet. Die Schlagseite dürfte der Finanzindustrie und den Wirtschaftsvertretern freuen. Der Fokus liegt demnach an den Bedürfnissen von Investoren und der Reduzierung von Bürokratie.

Hier die Eckpunkte der geplanten Neuerungen

  • Stärkere Ausrichtung an Investorenbedürfnissen.

    Dies kann als Abkehr des eigentlichen Mit-Zwecks der CSRD gesehen werden, auch NGOs und Sozialpartner bei der Berichterstattung zu berücksichtigen.

  • Einfachere Berichterstattung

    Die geplanten Reformen zielen auf eine prinzipielle Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung ab, indem bürokratische Hürden abgebaut, Berichtspflichten fokussiert und die Anforderungen besser an die Größe und Ressourcen der Unternehmen angepasst werden.

  • Fokus auf schädlichste Aktivitäten
    Vermeidung von Hindernissen für kleine Unternehmen und längere Übergangsfristen.

Reformvorschläge Frankreichs

Einen Vorstoß machte vor wenigen Tagen die französische Regierung. Frankreich sieht in der CSRD trotz Kritik ein nützliches Managementinstrument, betont jedoch die Notwendigkeit von Reformen.

  • Die Anzahl der Indikatoren will Frankreich drastisch zu reduzieren und den Fokus stärker auf Klimaziele zu legen - sowie einen Wettbewerbsfähigkeits-Checks für neue EU-Initiativen einführen.

  • Zudem fordert das Land, die Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) auszusetzen und die Berichtspflichten für mittelgroße Unternehmen deutlich zu vereinfachen.

  • Der französische Vorschlag sieht auch vor, die für Banken und Versicherungen relevante Green Asset Ratio abzuschaffen.

Was ist die CSRD?
Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) verpflichtet große Unternehmen und bestimmte kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in der EU, jährlich umfassend über ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen sowie Governance-Aspekte zu berichten. Sie ersetzt die bisherige NFRD (Non-Financial Reporting Directive) und erweitert den Geltungsbereich sowie die Berichtsanforderungen, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu verbessern. Die Unternehmen müssen die Berichte nach den ESRS (European Sustainability Reporting Standards) erstellen und prüfen lassen, wobei die Anforderungen gestaffelt an Unternehmensgröße und -branche angepasst sind.
Daniel Nutz

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