News

Report: Neuordnung im Corporate und Investment Banking

Die Boston Consulting Group rechnet mit einem starken Einnahmenanstieg, Produktivitätsgewinne durch KI und einem veränderten Umsatz-Mix.

Veröffentlicht

28.10.2025

Lesezeit

2 min
Teilen auf
© Börsianer / Ki-generiert
Im Investment Banking kann sich der Wachstumstrend laut Boston Consulting Group fortsetzen.

Das globale Firmenkunden- und Investmentbanking zeigte im Vorjahr starke Erholungstendenzen. Die Gesamteinnahmen stiegen um vier Prozent auf 827 Milliarden US-Dollar. Inklusive von Nichtbank-Finanzinstituten - dabei handelt es sich unter anderem um spezialisierte Investmentunternehmen oder Vermögensverwalter, die keine Banklizenz halten - erreichten die Einnahmen 989 Milliarden US-Dollar. Laut dem Financial Corporate and Investment Banking Report 2025 der Boston Consulting Group deuten die ersten Ergebnisse für 2025 darauf hin, dass sich der Wachstumstrend fortsetzt.

Einnahmenanstieg über 30 Prozent

Die globalen Einnahmen im Firmenkunden- und Investmentbanking einschließlich des Geschäfts von Nichtbanken können laut BCG bis 2030 um über 30 Prozent auf 1,3 Billionen US-Dollar steigen.

22 Prozent am Umsatz

Nichtbank-Finanzinstitute gewinnen Anteile an den Einnahmepools des Corporate und Institutional Banking. Zwischen 2010 bis 2024 stieg deren Anteil von drei auf 16 Prozent. Bis 2030 werden Nichtbanken-Finanzinstitute voraussichtlich bis zu 22 Prozent der gesamten Umsätze erzielen.

KI erhöht Produktivität um 25 bis 40 Prozent

Bis 2030 soll Künstliche Intelligenz 25 bis 40 Prozent der Produktivität von Corporate und Institutional-Bankern freisetzen, weil Pilotprojekte zu Programmen ausgebaut werden. Bei Mitarbeiterteams kann die Produktivität um 20 bis 35 Prozent zulegen.

Anstieg um vier Prozentpunkte

Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen sowie Aktien ist der größte Gewinner in technologisch fortschrittlichen Umgebungen, insbesondere in Szenarien mit einer Expansion der Nichtbanken-Finanzinstitute.

Veränderter globaler Umsatz-Mix

Europa, der Nahe Osten, Afrika und die Region Asien Pazifik gewinnen Anteile am globalen Umsatzmix des Corporate und Institutional Banking. Eskalierende Zölle signalisieren einen tieferen strukturellen Umbruch. Protektionismus und regulatorische Divergenz verändern Handels-, Kapital- und Technologiemuster und formen die Umsatzpools für Corporate und Institutional Banking in Europa, Asien und den USA neu.

Rückgang um vier Prozentpunkte

Der Anteil des Firmenkundengeschäfts am Produktmix ist am stärksten von Umbrüchen betroffen.  Das Firmenkundengeschäft ist angesichts des zunehmenden Drucks durch digitale Plattformen und Nichtbanken-Finanzinstitute das exponierteste Segment im BCG-Szenario eines technologischen Aufschwungs und alternativer Finanzdienstleistungen.

Acht Prozentpunke Unterschied

Es wird erwartet, dass die Spitzenreiter im Corporate und Institutional Banking ihren Vorsprung bei der Eigenkapitalrendite gegenüber den Nachzüglern bis 2030 vor allem durch Skaleneffekte und KI-gestützte Effizienzsteigerungen auf acht Prozentpunkte ausbauen werden. Im Jahr 2024 betrug der Unterschied sechs Prozentpunkte.

Robert Winter

Autor

Robert Winter

Finanzjournalist

Teilen auf

Mehr zum Thema #Banken

Gastkommentar

Umgang mit KI: Erst der Zweck, dann die Technologie

Künstliche Intelligenz darf nicht zum Selbstzweck werden. Entscheidend für eine erfolgreiche Transformation sind ein klarer Unternehmenszweck, mutige Entscheidungen und konsequente Führung.
08.07.2026
Ralph Hamers
Umgang mit KI: Erst der Zweck, dann die Technologie
Magazin
Exklusiv

Der Kampf um ­Europas ­Banken hat begonnen

Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank markiert eine Zeitenwende im europäischen Bankensektor. ­Während deutsche Politiker den Verlust einer nationalen Institution fürchten, bauen Österreichs Banken ihre Macht in Mittel- und Osteuropa aus. Die Frage ist nur: Entstehen daraus europäische Cham­pions oder bloß größere Banken in einem zersplitterten Markt?
07.07.2026
Oliver Stock
Der Kampf um ­Europas ­Banken hat begonnen
Advertorial

Fokus auf Fundamentaldaten: Investieren in europäische Aktien

Europäische Aktien ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Während der Optimismus zu Jahresbeginn inmitten erhöhter Volatilität und geopolitischer Unsicherheit einer grösseren Vorsicht gewichen ist, investieren Anleger weiterhin in die Region als wichtigen Bestandteil diversifizierter Aktienportfolios. Die Frage für professionelle Anleger ist nicht mehr, ob sie in Europa investieren sollen, sondern wie sie dies tun.
01.07.2026
Interview

Immo-Kredite: „Die Banken betreiben Vogel-Strauß-Politik“

ÖRAG Immobilien-Vorstand Michael Buchmeier über Verwerfungen in der Immobilienbranche und die Auswirkungen auf den Bankensektor.
14.10.2025
Robert Winter
Immo-Kredite: „Die Banken betreiben Vogel-Strauß-Politik“
Salon

Börsianer Salon: Bankenwelt im Umbruch

Beim 32. Börsianer Salon diskutierten Expertinnen, ob klassische Banken im Wettbewerb mit Neobrokern bestehen können.
03.06.2025
Börsianer Redaktion
Börsianer Salon: Bankenwelt im Umbruch
Anzeige