Watchlist: Boom, Boom, Boom, Boom!!
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Fragst du dich auch, warum die Börsen gerade so gut laufen? Fast alle großen Indizes (die Nasdaq ist nach dem Halbleiter-Abverkauf im Juli eine Ausnahme) erreichten zuletzt Allzeithochs (siehe Bild unten). Fondsmanager Tamas Menyhart und Christoph Vahs von der Ersten Asset Management lieferten gestern die nüchterne Antwort: Das derzeitige Gewinnwachstum rechtfertigt die Kurszuwächse. Noch interessanter: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im S&P 500 ging zuletzt sogar zurück. Die Bewertungen laufen also nicht davon, die Gewinne ziehen mit. Weil Investoren auf Aktien bullish bleiben, entstehen auch abseits der großen Tech-Werte, der sogenannten M7, schöne Investment-Stories, meinen die beiden. Gewinne mitnehmen? Die nackten Daten sprechen dagegen - hier mehr lesen.

Do&Co: doppelter Coup
Bei Do&Co läuft es derweil überraschend gut. Der in Wien und Istanbul notierte Caterer kompensierte die kriegsbedingten Einbußen aus dem Nahostgeschäft locker mit einem cleveren Engagement im Rahmen der Fußball-WM in Nord- und Mittelamerika. Und dann machte auch noch Donald Trump vermutlich ungewollt Werbung: Er wechselte auf skurrile Art in einem Cateringcontainer von Do&Co den Flieger (hier lesen). Firmengründer Attila Dogudan wurde daraufhin ins ZIB-2-Studio geladen und beteuerte, er habe vom Trump-Schmuggel „nichts mitbekommen“ - wäre für den Secret Service ja auch peinlich gewesen!
Scheuch tritt zurück
Nach dem Rücktritt von CEO Heimo Scheuch aus gesundheitlichen Gründen am Montag steht Wienerberger vor einer schwierigen Phase. Im ersten Halbjahr brach der Gewinn von 106 Millionen Euro auf null ein, das operative Ergebnis sank deutlich, und der bereits im Juli gekappte Jahresausblick wurde bestätigt. Das ist kein erfreuliches Bild. Belastet wurde das Geschäft durch die schwache Neubautätigkeit vor allem in Nordamerika, höhere Energie-, Logistik- und Rohstoffkosten sowie eine Kartell-Settlementzahlung in den USA. Also: ein Bündel an Gegenwind, das gleichzeitig trifft.
Positiv bleibt immerhin, dass Wienerberger inzwischen mehr als 60 Prozent des Umsatzes in den vergleichsweise robusten Bereichen Infrastruktur und Sanierung erzielt und damit weniger abhängig vom schwächelnden Wohnungsbau ist. Das ist die strategische Absicherung, die dem Unternehmen jetzt zugutekommt. Trotzdem: Der Führungswechsel (Vize-CEO und COO Central & East, Gerhard Hanke, wird zum Interim-CEO) kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
News-Splitter
Aus der heimischen Industrie kamen diese Woche überwiegend solide Halbjahreszahlen. Semperit verdoppelte den operativen Gewinn und kehrte klar in die Gewinnzone zurück. Fabasoft steigerte Umsatz und Ergebnis dank starker wiederkehrender Erlöse deutlich. Polytec erhöhte den Nettogewinn trotz rückläufiger Umsätze deutlich, und zwar nach einem umfassenden Stellenabbau. Insgesamt zeigen die Unternehmen eine verbesserte Ertragslage, setzen aber weiterhin auf Effizienzmaßnahmen und reagieren auf schwierige Marktbedingungen. Kein Jubel, aber solide Substanz.
Termine
In der kommenden Woche stehen an der Wiener Börse mehrere wichtige Unternehmenstermine an: Am Mittwoch, 19. August, veröffentlichen Steyr Motors, FACC und Flughafen Wien ihre Halbjahreszahlen beziehungsweise Halbjahresberichte. Am Donnerstag, 20. August, folgen Mayr-Melnhof Karton, SBO und Uniqa mit ihren Ergebnissen für das erste Halbjahr 2026.

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