Watchlist: Die Martins kommen!
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Zwei Martins könnten die Geschicke von zwei österreichischen Banken über die nächsten Jahrzehnte mitbestimmen. Beide standen bis vor Kurzem im Schatten ihrer sehr machtbewussten CEOs und sind jetzt deren designierte Nachfolger. Während bei der Oberbank AG Martin Seiter noch ein bisschen zappeln gelassen wird und voraussichtlich dem Aufsichtsrat als Nachfolger von Generaldirektor Franz Gasselsberger (der legt vorzeitig Ende 2026 sein Amt zurück) vorgeschlagen wird, kommt Martin Hauer bei der Raiffeisenlandesbank NÖ‑Wien AG (samt Holding) schon bald zum Zug. Er übernimmt bereits im Juli 2026 die Generaldirektion von Michael Höllerer. Letzterer tanzt bestimmt schon auf zwei Hochzeiten, da er im Juli CEO der Raiffeisen Bank International AG wird.
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Ich finde die Governance‑Aspekte bei beiden Bestellungen erwähnenswert: Michael Höllerer ist derzeit Chef der RLB NÖ‑Wien und wird CEO der RBI AG. Martin Hauer ist Vorstandsdirektor der RLB NÖ‑Wien AG, wird Generaldirektor der RLB NÖ‑Wien AG und sitzt damit als größter Aktionär im Aufsichtsrat der RBI. Er überwacht also in Zukunft seinen jetzigen Chef. Und: Von Franz Gasselsberger seit ein paar Jahren herangezogen, ist Martin Seiter der einzige Kandidat. Ich hoffe, er findet seinen eigenen Mojo!
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Was war sonst noch los? Die Aktie der Polytec Holding AG brach nach einer falschen Analystenberechnung (technischer Fehler, heißt es) der Baader Bank AG am Dienstag ein. Das Kursziel der Aktie war mit einer Verkaufsempfehlung versehentlich auf 2,20 Euro gesetzt worden – statt 4,03 Euro.
Am Mittwoch veröffentlichte die Voestalpine AG Zahlen zum 1.–3. Quartal 2025/26 – die Deutsche Bank AG hat daraufhin das Kursziel der Aktie flugs von 48 auf 57 Euro erhöht. CEO Herbert Eibensteiner: Eine Erholung der Industrieproduktion in Österreich sei mehr von Wirtschaftsforschern vorausgesagt als tatsächlich gefühlt. Apropos Industrie: Die EU‑Staats‑ und Regierungschefs gaben am Donnerstag grünes Licht für die Vorbereitung eines neuen europäischen Industriepakets, das Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und einen stärkeren Binnenmarkt in den Mittelpunkt stellt. Die konkreten Maßnahmen sollen beim März‑Gipfel beschlossen und in einen „European Industrial Deal“ gegossen werden.
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Steiles Japan
Das passiert in der Welt: Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi und ihre nationalkonservative LDP haben den größten Wahlsieg ihrer Geschichte erzielt. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gewann die Partei im Unterhaus allein mehr als zwei Drittel der 465 Sitze. Das verschafft Takaichi enorme politische Macht, da sie damit Gesetze auch gegen den Willen des Oberhauses durchsetzen kann – eine demokratiepolitisch umstrittene Entwicklung. Die Finanzmärkte reagierten dennoch positiv: Man erwartet eine Fortsetzung des expansiven staatlichen Kurses, und der Nikkei 225 legte vergangene Woche rund 7 Prozent zu.
Katzenjammer in der Fondsbranche
Zum Nachdenken gebe ich dir auch etwas mit: Die Fondsbranche steht vor einer großen Umwälzung. Den Fondsgesellschaften schrumpfen nämlich die Margen wegen der starken ETF‑Käufe zusammen. Das heißt: Economy of scale ist wieder in, Größe ist wichtig. Jüngstes Beispiel: Nuveen übernimmt das gesamte Aktienkapital von Schroders in Höhe von 9,9 Milliarden Pfund. Der neue Fondsriese wird ein Vermögen von 2,5 Billionen US‑Dollar verwalten. Nuveen gehört übrigens zur TIAA, deren US‑Pensionsfonds unter anderem das Geld von pensionierten Lehrern verwaltet.
Was kommt nächste Woche?
Terminlich ist es kommende Woche eher ruhig. Am Mittwoch, dem 18. Februar, präsentiert die Wienerberger AG ihre aktuellen Geschäftsergebnisse. Man darf gespannt sein, da das Traditionsunternehmen in einem schwachen Marktumfeld überraschend robust agierte.

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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