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Watchlist: Kriegsgewinner, Energiekrise und ein ATX-Aufstieg

Veröffentlicht

06.03.2026

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3 min
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Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran bringt gerade die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehörig durcheinander. Bislang gingen wir weltweit von einem Energieüberschuss aus. Das ändert sich jetzt Richtung Knappheitsmarkt, analysiert Tilmann Galler von JP Morgan am Fondskongress in Wien – hier die Story und Bilder.

Abseits des Krieges gibt es – zumindest rein statistisch gesehen – aber auch Grund zur Hoffnung: Laut Markus Dürnberger und Daniel Briesemann vom Bankhaus Spängler bleibt das wirtschaftliche Umfeld grundsätzlich solide: Die Inflation sank zuletzt sowohl in der Eurozone als auch in den USA, viele Aktienmärkte sind gut ins Jahr gestartet, und Europa sowie Asien entwickeln sich derzeit stärker als die US-Börsen. Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management, bewertet den Konflikt ebenfalls primär als Energie-, Inflations- und Zinsereignis: Eine länger anhaltende Störung wichtiger Energie-Transportwege würde Öl- und Gaspreise erhöhen und damit Inflation sowie langfristige Zinsen antreiben. Was man jetzt sieht: Die USA sind, was fossile Energieträger anbelangt, Selbstversorger und stecken den Schock besser weg als Europa. Hier der Wiener ATX, der US-Index S&P500, sowie der deutsche DAX im Vergleich der vergangenen 7 Tage. 

Der amerikanische S&P500 steckte den Krieg im Iran bisher deutlich besser weg als DAX und ATX.

ATX-Aufstieg von Palfinger

Good News kommen von der Palfinger AG. Die rückt nämlich in den ATX auf, was laut CFO Felix Strohbichler die Liquidität der Aktie weiter erhöht und zusätzliches Volumen über Indexfonds bringen soll - hier die Story. Operativ investiert der Konzern kräftig in Wachstum – unter anderem 30 Millionen Euro in einen neuen Montagestandort in Indien, der mit überwiegend lokalen Arbeitskräften betrieben wird, sowie insgesamt 150 Millionen Euro für weitere Projekte – gleichzeitig bleibt die Nachfrage stabil. Dass geopolitische Konflikte das Geschäft kaum belasten, ist derzeit ein Joker. Allerdings belastet der Wirtschaftskrieg: Die US-Zollpolitik kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Mit einer F&E-Quote von vier Prozent, starkem Servicefokus und führender Position im militärischen Marinebereich sieht CEO Andreas Klauser vor allem vereinfachte Antragsprozesse als Voraussetzung für eine verlässliche Industriestrategie.

Andritz: Starker Auftragseingang

Der steirische Technologiekonzern Andritz AG liefert für 2025 ein durchwachsenes, aber insgesamt stabiles Zahlenwerk: Der Umsatz sinkt zwar um fünf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, doch der Auftragseingang zieht kräftig an und liegt mit 8,9 Milliarden Euro deutlich über den Erlösen – ein Book-to-Bill von 1,13 spricht eine klare Sprache. CEO Joachim Schönbeck verweist auf mehrere Großprojekte in der Anlaufphase, deren Erlöse erst folgen sollen.

Die Aufträge sind verbucht und die Einnahmen werden folgen.
Joachim Schönbeck
CEO Andritz AG

Besonders interessant: der weiter steigenden Service-Anteil, der mit 44 Prozent ein Allzeithoch erreicht und das Geschäft zunehmend stabilisiert. Parallel setzt die Addiko Bank AG ihren Fokus auf Konsumenten- und KMU-Kredite fort und liefert damit weiterhin robuste Ergebnisse, die knapp unter dem Vorjahr liegen. Der Ausblick ist allerdings verhalten.

Kommende Termine

Semperit streicht indes die Dividende und stellt die Gesundung des Konzerns konsequent über Ausschüttungen – ein klarer Move von CEO Manfred Stanek, getragen vom Großaktionär B&C mit 58 Prozent. Die aktuellen Geschäftszahlen gibt es dann am 18. März. Kommende Woche präsentieren: die Österreichische Post AG (Donnerstag), die VIG AG ebenfalls am Donnerstag sowie die Uniqa Insurance Group AG am Freitag.

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