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F&E: Europas Tech-Lücke

US-Konzerne investieren deutlich stärker in Forschung und Entwicklung als Europas Unternehmen – doch der Vergleich zeigt vor allem zwei sehr unterschiedliche Innovationsmodelle.

Veröffentlicht

17.05.2026

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Robotic hand with metallic and plastic components, featuring articulated fingers, extended against a blurred background.
© APA-Images / AP / Infineon Technologies AG
Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Das deutsche Unternehmen Infineon startet einen globalen Startup-Wettbewerb, um die Innovation im Bereich humanoider Robotik der nächsten Generation zu beschleunigen (Bild). Bei den Gesamtausgaben sind die USA aber klar vorne.

Die globalen F&E-Ausgaben wachsen, doch das Tempo setzen die USA, wie eine aktuelle Analyse des Beraters EY zeigt. Mit einem Plus von elf Prozent investieren US-Konzerne mehr als doppelt so stark wie europäische Unternehmen. Getrieben wird diese Dynamik vor allem von Big Tech: Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta erhöhten ihre Budgets massiv und investierten im vergangenen Jahr zusätzlich fast 46 Milliarden Euro. Damit verschieben sie das globale Innovationsgefüge.

Was steckt dahinter?

Doch der scheinbare Rückstand Europas ist weniger eine Frage des Willens als der Struktur. Tatsächlich handelt es sich nicht um einen klassischen Wettbewerb USA gegen Europa, sondern um ein Auseinanderdriften zweier Innovationsmodelle: Tech versus Industrie.

Die USA dominieren die Plattformökonomie: Sie sei skalierbar, margenstark und datengetrieben, erklärt Gunther Reimoser, Country Managing Partner EY Österreich. Diese Unternehmen generieren hohe Gewinne und können aggressiv in Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz reinvestieren. Europa hingegen ist stark in Automobil, Pharma und Industrie. Dort wird ebenfalls intensiv geforscht – oft sogar mit hoher F&E-Quote –, doch Innovation verläuft langsamer, kapitalintensiver und weniger exponentiell.

Der eigentliche Engpass liegt demnach im Wachstum. Während US-Konzerne ihre Gewinne deutlich steigern, kämpfen viele europäische Unternehmen mit stagnierenden Umsätzen und sinkenden Erträgen. Das begrenzt Spielräume für riskante Zukunftsinvestitionen.

Europa setzt auf Qualität

Trotzdem ist Europas Ansatz nicht per se schwächer, sondern fokussierter. Statt auf digitale Skalierung setzt man auf Qualität, Spezialisierung und industrielle Anwendung. Gerade in Feldern wie Energiewende oder industrieller KI könnten daraus Wettbewerbsvorteile entstehen. Die entscheidende Frage ist daher nicht nur, wer mehr investiert, sondern wer Innovation schneller in Wertschöpfung übersetzt.

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