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Fondskongress: Börsenoptimismus und Krisenstimmung

Der Krieg im Iran hat den Ton am 27. Wiener Fondskongress schlagartig verändert und die zuvor optimistische Stimmung der Kapitalmarkt-Experten auf eine harte geopolitische Probe gestellt.

Veröffentlicht

05.03.2026

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© Günter Menzl / FONDS professionell
Martin Kocher, Martin Kocher Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, plädiert für ein geeintes Europa als Antwort auf die geopolitischen Veränderungen.

Wie wirkt sich der Krieg im Iran auf die Weltwirtschaft aus? Vor dem 27. Wiener Fondskongress mussten einige Redner ihre Keynotes kurzfristig umschreiben. Bevor die Raketen auf den Iran niedergingen, war die Lage bekanntlich hoffnungsvoll – wie etwa Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management betonte: Die Inflation schien im Griff, erste Wachstumspflänzchen waren erkennbar. Dass aus einem Energieüberschuss plötzlich eine Knappheit werden könnte, würde diese Prognosen natürlich zunichtemachen.

KI hinterfragt

Durchaus kritisch sahen einige Experten die hohen Investitionen in KI-Datenzentren. Die 650 Milliarden US-Dollar, die allein heuer in diesen Bereich fließen, müssen irgendwann verdient werden. Dass Europa bei der zweiten Welle der KI – also der Umsetzung industrieller Anwendungen – eine Rolle spielen wird, glaubt DWS-Volkswirt Christian Scherrmann. Seine Warnung: KI könne auch zu früh eingesetzt werden, was dann kontraproduktiv wäre.

In einer packenden Eröffnungs-Keynote plädierte Notenbank-Gouverneur Martin Kocher für eine stärkere Integration Europas – Stichwort: Spar- und Investitionsunion. Bei der sich ändernden geopolitischen Lage, ist das weitere Zusammenrücken Europas zu einem Machtblock zweifellos der einzige Weg relevant zu bleiben. Luca Pesarini von Ethenea zeigte dagegen weniger politikwissenschaftliche Sattelfestigkeit und bezeichnete US-Präsident Donald Trump allen Ernstes als Sozialisten, was für ein skurriles Highlight sorgte. Alles in allem aber eine gelungene Veranstaltung. Hier einige Bilder:

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