Watchlist: Neuer Anstrich in den USA
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Mittwoch Morgen konnte man sprichwörtlich die Steine hören, die vielen Europäern vom Herzen fielen. Der klare Erfolg der oppositionellen Demokraten bei den US-Kongresswahlen stärkt in erster Linie die demokratischen Strukturen, nachdem Präsident Donald Trump zwei Jahre lang in historisch einmaliger Weise ohne wirksame parlamentarische Kontrolle walten konnte. Vor zu viel Euphorie in Europa warnt allerdings Marc Alain Brütsch, Chefökonom der Swiss Life, im Börsianer-Interview – hier lesen. Positiv ist, dass Trump künftig wohl keine Kriege mehr im eigenen Hinterzimmer beschließen kann. Die Märkte versprechen sich weniger Turbulenzen als unter einer starken Trump-Präsidentschaft, schreibt uns RBI-Chefökonom Gunter Deuber. Er rechnet damit, dass die nun geschlagenen US-Wahlen in den kommenden zwei bis drei Quartalen für eine positive Börsenentwicklung sorgen könnten – vorausgesetzt, es gibt keine anderen entscheidenden Schocks!
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Die US-Politik wird etwas berechenbarer. Das schätzen die Märkte, die auch in der Vergangenheit nach den US-Zwischenwahlen gut abgeschnitten haben. Dass die Zollpolitik weniger eskalativ wird, glauben allerdings weder Deuber noch Brütsch. Hier seien die Pflöcke bereits eingeschlagen. Das Machtgleichgewicht zwischen Parlament und US-Regierung könnte auch in eine Blockadepolitik münden. Das beträfe ebenso Bemühungen um eine stärkere Regulierung der Hyperscaler und der KI, auch wenn die Börsen hier bereits sensibel reagierten. Gerade mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen dürfte das Thema aber heiß bleiben. Dabei steht auch eine höhere Besteuerung von Big Tech im Raum. Spannend wird jedenfalls, ob sich die Tech-Giganten jetzt wieder stärker den Demokraten zuwenden. Ihre Unterstützung für die Republikaner dürfte stark opportunistisch und weniger ideologisch geprägt sein.
Handschellen für Alta-Boss
Der Blutdruck stieg Anfang der Woche im Management der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Der Tochter der Alta Group in Serbien wurde die Lizenz entzogen, ihr Eigentümer Davor Macura wurde verhaftet. Brisant ist das, weil auch die Anteile der Alta Group die Übernahme der Addiko Bank durch die RBI ermöglichten. An der geplanten Übernahme ändere das nichts, sagt uns RBI-Sprecher Christoph Danz. Der Verkauf der Addiko-Töchter in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro an die Alta Group dürfte hingegen scheitern, sodass die Banken vorerst bei Raiffeisen bleiben. Spannend wird, was die RBI mit diesen ungeplanten Töchtern machen wird (hier der Bericht).
Übrigens: Jeder kann sich aussuchen, mit wem er Geschäfte macht. Das gilt neben der RBI (Benko und Macura sitzen in Haft) auch für die Addiko-Aktionäre Jelitzka & Partner sowie Winegg Realitäten. Gell?!
Einigung in Sicht
Beim Thema Flugabgabe stehen die Zeichen auf Einigung. Wir haben schon mehrfach darüber berichtet, dass die Vorstände der Flughafen Wien AG die Abgabe dafür mitverantwortlich machen, dass die Billigflieger Wizz Air und Ryanair ihre Präsenz in Wien reduziert haben. Nachdem auch die Bundesländer - da will natürlich (fast) jedes seinen eigenen Flughafen betreiben - mächtig Druck auf den Finanzminister ausgeübt haben, scheint nun eine Einigung in Sicht. Keine Abschaffung, wie von den Ländern gefordert, sondern eine Reduzierung: Das hören wir aus den Statements von Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner heraus, der heute die Landeshauptleutekonferenz leitet.
Splitter
In den ersten neun Monaten 2026 sank der Umsatz der Lenzing AG von 1,97 auf 1,93 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich von minus 105 auf minus 130,3 Millionen Euro. Zudem wurde der Mitarbeiterstand um rund 360 Stellen auf 7.374 Beschäftigte reduziert. Dennoch sieht das Management erste Anzeichen einer Trendwende: Im dritten Quartal verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge von 13,3 auf 17,3 Prozent. Noch ist es nur ein zartes Pflänzchen, doch die Investoren vertrauen der Story. Die Aktie notierte zum Handelsstart mit mehr als 3,5 Prozent im Plus.
Die AT&S AG liefert derzeit Versprochenes. Die Halbjahreszahlen für 2026/27 sind fabelhaft, die EBITDA-Marge liegt im zweiten Quartal bei 35,8 Prozent, die EBIT-Marge bei 22,4 Prozent. Fazit: Das Geschäft wird an einzelnen Standorten (wie etwa in Kulim) weiter ausgebaut. Es läuft. "Unsere besten Jahre liegen noch vor uns", sagt AT&S-Vorstandschef Michael Mertin.
Bei der Verbund AG ist wegen der niedrigen Wasserführung (heißt niedrigere Stromerzeugung als geplant) Katzenjammer, das Konzernergebnis sank im dritten Quartal um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro. "In der aktuellen Berichtsperiode belasteten dagegen umfangreiche Rückkäufe zur Deckung bereits verkaufter, aufgrund der niedrigen Wasserführung jedoch nicht erzeugter Strommengen den realisierten Absatzpreis. Diese Rückkäufe mussten zu stark gestiegenen Spotmarktpreisen erfolgen", lese ich im Bericht.

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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