Gastkommentar

Bitcoin: Totgesagt... und stärker denn je

Kaum fällt der Kurs zweistellig, wird das „Ende“ von Bitcoin ausgerufen – doch ein Blick auf die Historie zeigt ein anderes Muster.

Veröffentlicht

20.03.2026

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2 min
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Der Bitcoin ist nicht totzukriegen, meint unser Kolumnist Jochen Dickinger.

Totgesagte leben länger – das gilt kaum für ein Asset so sehr wie Bitcoin. Kaum korrigiert der Kurs zweistellig, überschlagen sich die Schlagzeilen vom „endgültigen Aus“. Doch wer die Historie nüchtern betrachtet, erkennt ein wiederkehrendes Muster: Auf jede Euphoriephase folgt eine scharfe Bereinigung – und auf jede Bereinigung eine neue, strukturell stärkere Aufwärtsbewegung.

Bitcoin wurde seit 2009 dutzende Male für tot erklärt. Nach großen Börsenpleiten, regulatorischen Vorstößen oder makroökonomischen Schocks schien das Narrativ vom Scheitern stets plausibel. Und dennoch notiert Bitcoin langfristig um ein Vielfaches höher. Wer Volatilität automatisch mit Scheitern verwechselt, verkennt die Dynamik disruptiver Technologien.

Ein Blick auf Amazon zeigt, wie kurzsichtig solche Abgesänge sein können: Die Aktie hat sich in ihrer Börsengeschichte nahezu zehnmal halbiert – und anschließend immer wieder neue Allzeithochs erreicht. Innovation verläuft nicht linear. Sie korrigiert, konsolidiert – und skaliert dann auf ein neues Niveau.

Knappheit als Fundament

Langfristig übertrifft Bitcoin selbst Gold deutlich in der Performance. Doch auch jenseits der Rendite lohnt der Blick auf die Angebotsseite: Bei Gold und Silber weiß niemand exakt, wie viel tatsächlich existiert. Das Angebot reagiert also auf den Preis.

Bitcoin ist anders konstruiert. Seine maximale Geldmenge ist auf 21 Millionen Einheiten begrenzt. Für die nächsten 100 Jahre ist mathematisch exakt definiert, wie viele neue Bitcoin entstehen – unabhängig von Preis, politischem Willen oder technologischer Entwicklung. Dieses starre, transparente Emissionsmodell ist einzigartig.

Wettbewerb der Währungen, Eigentumssouveränität und die Trennung von Geld und Staat – das sind keine Utopien, sondern Realität im Netzwerk. Knappheit, Dezentralität und Berechenbarkeit sind starke Fundamentaldaten – weit über den nächsten Zyklus hinaus.

Jochen Dickinger

Autor

Jochen Dickinger

Aufsichtsrat Athos Immobilien AG

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