EY Start-up-Barometer: Österreich bleibt Nachzügler
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Im Vorjahr sank das Finanzierungsvolumen gegenüber 2024 um 56 Prozent auf 253 Millionen Euro. Es wurde der vierte jährliche Rückgang in Folge verzeichnet. Anders verlief die Entwicklung EU-weit mit einem Volumensanstieg um fünf Prozent.
Das durchschnittliche Volumen pro Runde fiel 2025 in Österreich auf 2,3 Millionen Euro. 2024 waren es 4,3 Millionen, 2021 noch 11,6 Millionen.
Im Vorjahr wurden 148 Deals realisiert. Nur vier Runden wiesen ein Volumen über zehn Millionen Euro auf. Seit 2023 gab es keinen Mega-Deal mit über 100 Millionen Euro.
Größte Deals: Refurbed, der Marktplatz für aufbereitete Elektronikprodukte sammelte 50 Millionen Euro ein. Das Wiener Start-up enspired, ein Spezialist für innovative Energielösungen und Emmi AI, ein auf KI-gestützte physikalische Simulation spezialisiertes Spin-off der Johannes Kepler Universität Linz brachten es auf jeweils rund 15 Millionen Euro.
KI-Trend: Mit 96 Millionen Euro flossen im Vorjahr 38 Prozent des Kapitals in KI-Start-ups.
Wien blieb 2025 mit 58 Prozent der Runden und 71 Prozent des Gesamtvolumens der Start-up-Hotspot.
Laut dem Berater EY wurde im Vorjahr ein Tiefpunkt für das österreichische Start-up-Ökosystem erreicht. Bereits seit 2022 war das Finanzierungsvolumen rückläufig. Dieser Abwärtstrend setzte sich trotz einzelner Lichtblicke in ausgewählten Technologiefeldern 2025 fort. Dagegen zeigten sich in anderen europäischen Ländern bereits 2024 erste Erholungstendenzen. Das zeigt das aktuelle EY Start-up-Barometer Österreich 2025. Analysiert wurden Finanzierungsrunden von Start-ups mit Hauptsitz in Österreich, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.
Laut Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich, handelt es sich um ein strukturelles Warnsignal. EY-Experte Haas: „2025 gerieten speziell wachstumsorientierte Start-ups und Scale-ups unter Druck. Der eingeschränkte Zugang zu Wachstumskapital bremst Internationalisierung, Innovation und Beschäftigungsaufbau zunehmend. Ohne rasche und koordinierte Maßnahmen droht Österreich im internationalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.“
Ein Blick auf die europäischen Märkte zeigt ein differenziertes Bild: 25 der 43 erfassten europäischen Länder verzeichneten 2025 einen Rückgang beim Investitionsvolumen. In 17 Ländern wurden jedoch Anstiege verzeichnet. Mit einem Rückgang von 56 Prozent im Vergleich zu 2024 liegt Österreich im unteren Drittel der europäischen Märkte
Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen pro Runde lag im Vorjahr bei rund 2,3 Millionen Euro und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren – 2015 wurden allerdings nur drei Finanzierungsrunden erfasst. Das aktuelle Problem: Es finden zwar weiterhin Frühphasen- und kleinere Anschlussfinanzierungen statt, aber es mangelt an größeren Wachstumsrunden, die für Skalierung, Internationalisierung und den Aufbau global wettbewerbsfähiger Unternehmen notwendig sind.
refurbed, enspired und Emmi AI
Die größte Finanzierungsrunde des Jahres ging an refurbed mit rund 50 Millionen Euro. Das Wiener Scale-up ist europaweit im Markt für generalüberholte Elektronikgeräte etabliert, die Finanzierung erfolgte als Extension einer bestehenden Runde. Es folgt enspired mit rund 15 Millionen Euro, ein Energy-Tech-Unternehmen mit Fokus auf KI-gestützte Optimierung im Stromhandel. Ebenfalls rund 15 Millionen Euro warb das erst 2024 gegründete Linzer Start-up Emmi AI ein, das KI-Lösungen für industrielle Produktions- und Qualitätsprozesse entwickelt. Mit rund 11,5 Millionen Euro sicherte sich das Grazer Start-up Easelink, Anbieter automatisierter Ladelösungen für Elektrofahrzeuge, frisches Kapital. Das Innsbrucker Start-up Hololight, das AR- und XR-Streaming-Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt, nahm rund zehn Millionen Euro auf. Laut EY ist auffällig, dass die beiden größten Finanzierungen des Jahres Extensions bereits abgeschlossener Runden waren. Dies unterstreicht die aktuelle Marktsituation: Investorengruppen unterstützen bestehende Portfoliounternehmen weiterhin, zeigen sich bei neuen großvolumigen Investments jedoch zurückhaltend.
38 Prozent des Kapitals geht an KI Start-ups
Künstliche Intelligenz war auch 2025 der wichtigste Investitionstreiber für österreichische Start-ups. Trotz des insgesamt stark rückläufigen Finanzierungsumfelds flossen rund 96 Millionen Euro in Start-ups, die KI als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen. Damit entfielen 38 Prozent des gesamten investierten Risikokapitals auf KI-Start-ups – der höchste bislang gemessene Anteil.
Laut der EY-Analyse ist die konsequente Umsetzung des angekündigten Rot-Weiß-Rot-Dachfonds das Zünglein an der Waage. Dieses Fund-of-Funds-Instrument soll institutionelles Kapital – etwa von Pensions- und Versicherungsfonds –mobilisieren und damit die Finanzierungslücke schließen, die österreichische Scale-ups seit Jahren bremst.

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