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Regionalbanken: Die fetten Jahre sind vorbei

Auf fette Jahre folgen magere Zeiten. So lautet des Kurz-Resümee von zeb-Consulting zur weiteren Entwicklung von Österreichs Regionalbanken.

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22.01.2026

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© zeb
Michaela Schneider, Partnerin zeb.Austria: "Die Konsolidierung im Regionalbankenbereich wird weitergehen."

2023 und 2024 war noch alles paletti. In diesen Jahren profitierten Österreichs Regionalbanken von steigenden Zinsen, hatten die Kosten im Griff und auch die Risikolage war stabil. Im Vorjahr hat sich laut der Regionalbankenstudie Österreich des Beratungsunternehmens zeb.Austria das Blatt gewendet. Die Zinsmargen wurden geringer während die Risikokosten stiegen, das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoller wurde und die Anzahl von Insolvenzen Druck brachte. Michaela Schneider, Partnerin zeb.Austria: „Die Institute sind insgesamt solide aufgestellt. Aber die bisherigen Erfolgsmodelle müssen adaptiert werden.“ Die Expertin rechnet damit, dass die Konsolidierung im Regionalbankenbereich weitergehen wird. Weitere notwendige Fusionen könnten laut zeb-Partnerin Schneider dazu führen, dass die Anzahl der Institute bis 2030 unter 300 fallen kann.

Der Hintergrund dieser Einschätzung lässt sich anhand der in der aktuellen Studie skizzierten Entwicklungen ablesen. Im Zuge der zeb-Analyse wurden die Daten von 357 Regionalbanken herangezogen. Anhand von Zinsprognosen erwarten die zeb-Experten erst ab 2028 eine nennenswerte Erholung beim Zinsüberschuss samt positivem Effekt auf das Betriebsergebnis der Banken. Speziell im Bereich von Gewerbeimmobilien hat sich die Lage für Banken aufgrund notleidender Kredite zugespitzt. Sollte es zu einem weiteren Anstieg der Wertberichtigungen um fünf Prozentpunkte kommen, dürfte laut zeb die Kernkapitalquote im Median von 21,4 Prozent im Jahr 2024 auf 14,7 Prozent sinken. Sollte dieser Fall eintreten hätten 53 Prozent der beobachteten Banken eine Kernkapitalquote von unter 15 Prozent. Zum Vergleich: 2024 lag die Kernkapitalquote bei 97 Prozent der österreichischen Regionalbanken noch über 15 Prozent.

Ertragspotenzial schmilzt dahin

Erschwerend kommt hinzu, dass das Wachstum des Ertragspotenzials im Firmenkunden- und Privatkundengeschäft bis 2030 deutlich geringer ausfallen kann als zwischen 2019 und 2024. Das auch deshalb, weil das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren nur schwach positiv bleiben wird. Die diesbezügliche zeb-Prognose liest sich wie folgt: Während das Ertragspotenzial im Firmenkundengeschäft zwischen 2019 und 2024 um zehn Prozent per anno gestiegen ist, wird bis 2030 mit einem jährlichen Zuwachs von nur einem Prozent gerechnet. Beim Privatkundengeschäft betrug der Anstieg von 2019 bis 2024 jährlich zwölf Prozent, bis 2030 wird mit einem jährlichen Plus von zwei Prozent gerechnet. Wie sich das Ertragspotenzial im Detail bei Krediten, Einlagen und Provisionen entwickeln kann, zeigt diese Grafik:

Quelle: zeb Consulting
Robert Winter

Autor

Robert Winter

Finanzjournalist

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