Gastkommentar

Finanzbildung: "So kommen wir vom Reden ins Tun"

Finanzbildung ist mehr als eine Theorie – sie ist die Basis für Eigenverantwortung und Zukunftssicherheit. Österreich setzt mit seiner nationalen Strategie auf praxisnahe Inhalte, starke Partner und klare Ziele.

Veröffentlicht

16.12.2025

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2 min
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© BKA Aigner
Barbara Eibinger-Miedl, Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen, ist überzeugt, dass Finanzbildung eine Schlüsselkompetenz für das Leben ist.

Finanzbildung ist eine Schlüsselkompetenz fürs Leben. Wer seine Finanzen versteht, trifft bessere Entscheidungen – vom Haushaltsbudget bis zur Altersvorsorge. Doch noch immer fehlt vielen Menschen das Selbstvertrauen, ­finanzielle Chancen zu erkennen und aktiv zu nutzen. Wissen ist vorhanden, aber oft bleibt es theoretisch. Genau hier müssen wir ansetzen: Wir wollen das Verständnis vertiefen, das Selbstvertrauen stärken und Finanzwissen konsequent in die tägliche Praxis bringen. Dabei greifen wir auch auf Best-Practice-Beispiele anderer Länder zurück. Australien verbindet beispielsweise die Wissensvermittlung mit Resilienz, Kanada setzt besonders auf messbare Ergebnisse, die Niederlande setzen auf Transparenz, und das Vereinigte Königreich etabliert starke Partnernetzwerke.

Mit der seit 2021 bestehenden Nationalen Finanzbildungsstrategie sind wir innerhalb der EU bereits Vorreiter. Diese ist ein Dach für über 200 Maßnahmen und verschiedene Initiativen mit starkem Fokus auf Jugendliche, Frauen und Lehrlinge. Bei den Inhalten setzen wir auf praktische Relevanz im Alltag: vom Haushaltsbudget über Vorsorge bis hin zu Investitionen und Betrugsprävention im digitalen Raum. Die aktuelle Strategie läuft noch bis Ende 2026 – an einer Nachfolgestrategie arbeiten wir bereits. Mittlerweile hat auch die Europäische Kommission eine EU-Finanzbildungsstrategie vorgestellt, die wir gut nutzen werden, um noch mehr Rückenwind zu bekommen.

»Wir wollen ­Finanzwissen nicht nur vermitteln, ­sondern in den ­Alltag bringen.«
Barbara Eibinger-Miedl

Ein Meilenstein in unserer bisherigen Arbeit war zudem der Start des Finanzbildungsportals FinanzNavi im Herbst 2024: ein One-Stop-Shop für alle Bürgerinnen und Bürger mit verständlichen, praxisnahen und lebensnahen Inhalten. Rund 1.000 Menschen nutzen das Portal täglich – Tendenz steigend.

Weitere Schritte, mit denen wir vom Reden ins Tun kommen, wurden im nationalen Finanzbildungsrat vor dem Sommer gesetzt. Der Finanzbildungsrat ist das Steuerungsgremium der Finanzbildungsstrategie in Österreich. Mit einer neuen Geschäftsordnung, dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung als neuem Mitglied und der Oesterreichischen Nationalbank als permanentem Co-Vorsitzenden haben wir in der letzten Ratssitzung wichtige Weichen gestellt. Das ist ein starkes Signal für Qualität, Transparenz sowie gute Zusammenarbeit und bereitet den Weg für die neue Finanzbildungsstrategie 2027. Die künftigen Schwerpunkte liegen besonders auf der Alters- und Zukunftsvorsorge sowie der Finanz- und Kapitalmarktkompetenz. Besonders wichtig ist mir verstärkte Finanzbildung auch für Frauen, in der Schule, im Beruf und im Alltag. Wir wollen, dass Finanzbildung wirklich alle Menschen erreicht, in allen Regionen und Lebensphasen. Kinder lernen nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause durch Vorbilder, kleine Entscheidungen im Alltag zu treffen und ein bewusstes Verständnis für den Wert des Geldes zu entwickeln.

So arbeiten wir stetig daran, Finanzwissen bestmöglich zugänglich zu machen, denn schlussendlich stärkt die Finanzbildung die Eigen­verantwortung und das Vertrauen – in die eigene Zukunft, in die Wirtschaft und Gesellschaft.

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