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Fonds: Nachhaltig, aber bewaffnet?

Nachhaltige Geldanlagen boomen – doch nicht alles, was grün wirkt, ist auch ethisch sauber. Ein wachsender Anteil nachhaltiger Fonds investiert in Rüstungsunternehmen. Warum das möglich ist, was die EU-Regulierung dazu sagt und wie Anleger den Überblick behalten.

Veröffentlicht

25.06.2025

Lesezeit

2 min
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Waffen tauchen in immer mehr ESG Fonds auf.

114,7 Milliarden Euro – so viel wurde im vergangenen Jahr in Österreich nachhaltig veranlagt. Das entspricht einem Wachstum von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und das, obwohl die Mehrheit der im FNG-Marktbericht befragten Marktteilnehmer mit deutlich weniger gerechnet hatte: Gerade einmal 64 Prozent erwarteten ein Wachstum von maximal zehn Prozent. Ein deutliches Zeichen dafür, dass nachhaltige Geldanlagen längst keine Nische mehr sind – und sich sogar gegen politischen Gegenwind behaupten, so die Interpretation von Walter Hatak, dem relativ neuen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden für Österreich und ESG-Verantwortlichen bei Erste Asset Management.

22 Prozent investieren in Waffen

Klar ist: Nachhaltiges Investment hat sich vom Nischenprodukt zum Mainstream entwickelt. Das ist auf den ersten Blick erfreulich, führt aber auch zu einer gewissen Verwässerung. Bestes Beispiel: Investments in Waffen. Deutsche Fondshäuser wie AGI oder DWS überarbeiteten zuletzt ihre Richtlinien zu diesem Thema (hier lesen). In Österreich schließen 78 Prozent der nachhaltigen Fonds sämtliche Rüstungsgüter aus – nicht nur Streubomben und ABC-Waffen, sondern auch „konventionelle“ Waffen. Doch nicht zuletzt aufgrund der dynamischen Kursentwicklung von Rheinmetall, Leonardo & Co. bröckelt dieser Ausschluss zunehmend.

Was tun, wenn man keine Rüstung im Portfolio haben will? Selbst die neuen, strengeren Richtlinien der europäischen Aufsicht ESMA, die seit Mai regeln, wer Begriffe wie „nachhaltig“ oder „ESG“ im Fondsnamen führen darf, schließen Waffen nicht explizit aus. Die ESMA orientiert sich an den Paris-Aligned Benchmarks (PAB), die lediglich „geächtete Waffen“ ausschließen – also Streumunition, Antipersonenminen sowie chemische und biologische Waffen.

Ball liegt bei Asset Managern

Klarheit schaffen derzeit nur Gütesiegel wie das Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte oder das FNG-Siegel, die Investments in Unternehmen mit signifikantem Waffengeschäft ausschließen. In Deutschland investieren übrigens 28 Prozent der nachhaltigen Fonds in Waffen. Ob dieser Anteil künftig steigt, hängt davon ab, welche Asset Manager ihre Haltung zum Waffenausschluss noch ändern.

Aus der FNG-Befragung: So sehen Investoren die Entwicklung bei ESG-Geldanlagen.
Daniel Nutz

Autor

Daniel Nutz

Chefredaktion

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