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Renditen: Frauen investieren besser

Laut Daten von Trade Republic erzielen Frauen im Schnitt höhere Renditen als Männer. Gründe sind mehr Diversifikation, häufigere ETF-Sparpläne und langfristiges Investieren

Veröffentlicht

08.03.2026

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4 alte Frauen in Kostümen
© APA-Images / Everett Collection / ©Touchstone Television
Golden Girls: Die Sitcom lief von 1985 bis 1992. Um in der Pension über entsprechendes Einkommen zu verfügen, lohnt es sich früh mit dem Sparen anzufangen.

Selbsternannte männliche Aktienexperten müssen jetzt stark sein: Frauen investieren erfolgreicher als Männer – zumindest wenn man sich die Daten der Privatanleger von Trade Republic ansieht. Im Schnitt erzielten Investorinnen auf der Plattform zuletzt drei Prozent höhere Renditen. Ein Grund dafür dürfte ihr Anlageverhalten sein: Frauen setzen stärker auf breite Diversifikation, halten rund 20 Prozent mehr ETFs in ihren Portfolios und nutzen Sparpläne um neun Prozent häufiger als Männer. Für Bettina Fuhrmann, Finanzbildungs-Expertin an der WU Wien, kommt das wenig überraschend: „Frauen investieren oft strukturierter und langfristiger – genau diese Disziplin zahlt sich am Kapitalmarkt aus“, meint sie im Börsianer-Gespräch. Man könnte es auch weniger diplomatisch ausdrücken: Männer überschätzen ihr Anlegerwissen tendenziell viel stärker als Frauen, meinen, sie seien klüger als andere Marktteilnehmer und fahren damit öfter ein.

Gender Pension Gap

Viel zu tun ist jedenfalls beim Thema Pensionen. In Österreich beträgt der Gender Pension Gap rund 39,7 Prozent, im Schnitt fehlen Frauen damit mehr als 1.000 Euro Pension pro Monat. Ein Thema, das gerade am heutigen Weltfrauentag diskutiert wird. Die Gründe dafür – Österreich sieht hier übrigens im internationalen Vergleich nicht besonders gut aus – sind natürlich so mannigfaltig, dass man ganze Buchreihen füllen könnte. Sie reichen vom Thema unbezahlte Care-Arbeit über lange Kinderauszeiten bis zu geschlechterspezifischen Diskriminierungen am Arbeitsmarkt. Ein weiterer Grund: Beim Thema Sparen und Vorsorge wagen sich Frauen viel seltener auf den Kapitalmarkt, und bei Sparzinsen unter der Inflationsrate wird das zum Boomerang. Trade-Republic-Österreichchef Oswald Salcher schlussfolgert: „Frauen müssen ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen – die Statistik zeigt ja, dass sie es sogar besser können als Männer.“ Fonds- und ETF-Sparpläne sind bekanntlich bei unterschiedlichen Anbietern schon ab wenigen Euro Ansparvolumen pro Monat mit wenig oder keinen Gebühren verfügbar.

Frau in einen Jackett
© WU Wien
Bettina Fuhrmann ist Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik sowie des Bereichs Soziale Kompetenz an der WU. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Wirtschaftsdidaktik und ökonomische Bildung mit besonderem Fokus auf finanzielle Bildung. Sie vertritt die WU als assoziiertes Mitglied des OECD International Network on Financial Education (INFE) und hat Kontakte zu Finanzbildungsinitiativen in aller Welt geknüpft.
Daniel Nutz

Autor

Daniel Nutz

Chefredaktion

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