HV im Blick: Österreichs Unternehmen müssen sich warm anziehen
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Ich freue mich immer, wenn wer Tacheles redet und Katryna (Krueger), Vice President des Proxy-Voters ISS fand beim 1. HV-Kolleg (veranstaltet von der Kanzlei Kinstellar gemeinsam mit dem Interessensverband für Anleger IVA) deutliche Worte für die laxen Berichte österreichischer Unternehmen:
"Bei den Vergütungsberichten muss sich in Österreich was ändern, da werden wir 2026 viel strenger draufschauen und dann entsprechend abstimmen. Der Zusammenhang zwischen Pay und Performance wird bei vielen nicht detailliert genug berichtet. Der Österreichische Governance Kodex ist das absolute Minimum, unsere Richtlinien sind viel härter, weil die Investoren viel mehr verlangen", erklärte Katryna.
Auch Marc (Tüngler), Geschäftsführer des deutschen Anlegerschützers DSW meinte, dass es beim Thema Vergütung noch viel Ärger geben wird, "bei Pay on Performance ist jetzt der Lackmustest". In Österreich haben die Abstimmungen zur Vergütung in der Hauptversammlung zwar nur Empfehlungscharakter. Investor Rupert Heinrich (Staller) hat jedoch für sich einen Weg gefunden, heikle Themen an den Mann zu bringen:
"Man muss den Verantwortlichen ins Gesicht schauen. Man muss vor Ort „namen und shamen“. Dem CEO etwas ins Gesicht sage, das weh tut. Das bringt viel. Aktionären ist die Redefreiheit gegeben. Das Ansprechen konkreter Themen im Aufsichtsrat bringt immer etwas."
Wieso haben Vorstände so wenige Aktien?
Und noch was wird Rupert Heinrich auf den HVs 2026 ansprechen:
"Nur sehr wenige Vorstände haben Aktien des eigenen Unternehmens. Das ist eine Schande und spiegelt die gesellschaftliche Unkultur wider."
Andreas (Posavac) berät als Geschäftsführer von Embera Partners die Emittenten und rät:
"Wichtig ist, miteinander zu reden. In Österreich ist Governance Engagement nur bei sieben Unternehmen umgesetzt. Abgesehen von den Top 5 haben wir ein Problem, es gibt keine Kommunikation."
Mehr Kommunikation wünscht sich auch Katryna. Wer mit ISS in Kontakt treten will, kann sich direkt an sie wenden:
"Das Interesse an einem Austausch von österreichischen Unternehmen mit ISS ist bisher sehr gering. Pro Jahr kommen nur zwei große Unternehmen zu uns nach Berlin. Wir schicken gerne auch vorab unsere Einschätzungen, bisher gibt es nur wenig Interesse, ich freue mich, wenn das mehr wird" , sagt Katryna.
Marc wird in Deutschland die Aktionärsrechte (mit denen wird Schindluder getrieben) im Blick behalten. Und sagt:
"Bei Hauptversammlungen ist Öffentlichkeit sehr wichtig. Banken verkaufen Eintrittskarten um 100 Euro. Damit wird die Teilnahme an Hauptversammlungen verhindert."
Wie du siehst, haben Investoren, Berater, Proxy-Voter und Anlegerschützer eine heiße Hauptversammlungssaison 2026 vor sich. Ich hoffe, du hast Lust bekommen, bei einer HV dabei zu sein.

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