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Bosek: Meilenstein im Kampf gegen Geldwäsche

Für Banken, die langfristig denken, ist Compliance keine lästige Pflichtübung, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Veröffentlicht

10.03.2026

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Der studierte Rechtswissenschaftler Peter Bosek ist seit Juli 2024 Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG und hat kürzlich mit dem Teilerwerb der Santander Polska den größten Deal der Bankgeschichte durchgezogen. Erfahrung als CEO sammelte Bosek bei der estnischen Luminor-Bankengrupppe, die er von Ende 2020 bis Frühjahr 2024 leitete.

2026 ist ein Schlüsseljahr für den wirkungsvollen Kampf gegen Finanzkriminalität in Österreich. Die Reform der heimischen Finanzmarktaufsicht FMA macht sie zur zentralen Drehscheibe der Prävention von Geldwäsche und Finanzsanktionsverletzungen im Finanzmarkt. Gleichzeitig stärkt der voranschreitende Aufbau der europäischen Anti­geldwäschebehörde AMLA die Aufsicht in Österreich und der EU deutlich.

Geldwäsche ist längst kein Randphänomen in der Wirtschaft. Wo illegale Milliardensummen unentdeckt in den Wirtschaftskreislauf gelangen, werden Preise verzerrt, Wettbewerber verdrängt und Risiken externalisiert. Waschsalons taugen kaum noch als Mittel zur Geldwäsche. Große Geldströme verlaufen inzwischen über internationale Betrugsnetzwerke, Immobilien, komplexe Firmengeflechte, fingierte Dienstleistungen oder Krypto-Transaktionen – stets mit dem Ziel, die wahren Eigentümer unsichtbar zu halten.

Gebündelte Zuständigkeit

Die FMA-Reform sowie die Schaffung der AMLA ermöglichen es, mit starker behördlicher Hand die bestehenden Schwachstellen in Europa effektiv anzugehen. Der Kreis der beaufsichtigten Finanzakteure wurde erweitert, Zuständigkeiten gebündelt und die Durchsetzung internationaler Finanzsank­tionen von der Oesterreichischen Nationalbank übernommen.

Die Stärkung der Geldwäschaufsicht in Österreich sowie auf europäischer Ebene ist ein ­überfälliger Meilenstein.
Peter Bosek
Vorstandsvorsitzender Erste Group Bank AG

Für den Markt bedeutet das: weniger regulatorische Grauzonen und höhere Verlässlichkeit der Spielregeln sowie klare Durchsetzung.

Und das ist gut so. Denn die Einhaltung der Regelungen zur Aufdeckung von Geldwäsche und Verstößen gegen die Finanzsanktionen sind für einen funktionierenden Finanzmarkt unerlässlich: Nur so haben Menschen Vertrauen in Banken – die so wiederum Menschen und Unternehmen in der jeweiligen Region unterstützen können. Darum ist für Banken, die langfristig denken, Compliance keine lästige Pflichtübung, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Compliance stützt Aktienkurse

Österreich ist auf einem guten Weg. Das zeigt der Blick auf nationale wie internationale Indikatoren wie den Corruption Perception Index von Transparency International, bei dem Österreich den Platz 21 von 182 Staaten belegt. Trotzdem muss die Arbeit weitergehen. Denn eine schlechte Compliance-Kultur schlägt sich irgendwann auch in Aktienkursen, Risikoprämien für Unternehmen sowie in der Standortattraktivität insgesamt nieder.

Von daher ist die Stärkung der Geldwäsche­aufsicht in der FMA in Österreich sowie der AMLA auf europäischer Ebene ein überfälliger Meilenstein. Mehr als eine Verwaltungsreform ist sie ein Signal an den Markt. Ein funktionierender Kapitalmarkt braucht eine starke Aufsicht. 

Peter Bosek

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Peter Bosek

Vorstandsvorsitzender Erste Group Bank AG

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