Bosek: Meilenstein im Kampf gegen Geldwäsche
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2026 ist ein Schlüsseljahr für den wirkungsvollen Kampf gegen Finanzkriminalität in Österreich. Die Reform der heimischen Finanzmarktaufsicht FMA macht sie zur zentralen Drehscheibe der Prävention von Geldwäsche und Finanzsanktionsverletzungen im Finanzmarkt. Gleichzeitig stärkt der voranschreitende Aufbau der europäischen Antigeldwäschebehörde AMLA die Aufsicht in Österreich und der EU deutlich.
Geldwäsche ist längst kein Randphänomen in der Wirtschaft. Wo illegale Milliardensummen unentdeckt in den Wirtschaftskreislauf gelangen, werden Preise verzerrt, Wettbewerber verdrängt und Risiken externalisiert. Waschsalons taugen kaum noch als Mittel zur Geldwäsche. Große Geldströme verlaufen inzwischen über internationale Betrugsnetzwerke, Immobilien, komplexe Firmengeflechte, fingierte Dienstleistungen oder Krypto-Transaktionen – stets mit dem Ziel, die wahren Eigentümer unsichtbar zu halten.
Gebündelte Zuständigkeit
Die FMA-Reform sowie die Schaffung der AMLA ermöglichen es, mit starker behördlicher Hand die bestehenden Schwachstellen in Europa effektiv anzugehen. Der Kreis der beaufsichtigten Finanzakteure wurde erweitert, Zuständigkeiten gebündelt und die Durchsetzung internationaler Finanzsanktionen von der Oesterreichischen Nationalbank übernommen.
Für den Markt bedeutet das: weniger regulatorische Grauzonen und höhere Verlässlichkeit der Spielregeln sowie klare Durchsetzung.
Und das ist gut so. Denn die Einhaltung der Regelungen zur Aufdeckung von Geldwäsche und Verstößen gegen die Finanzsanktionen sind für einen funktionierenden Finanzmarkt unerlässlich: Nur so haben Menschen Vertrauen in Banken – die so wiederum Menschen und Unternehmen in der jeweiligen Region unterstützen können. Darum ist für Banken, die langfristig denken, Compliance keine lästige Pflichtübung, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Compliance stützt Aktienkurse
Österreich ist auf einem guten Weg. Das zeigt der Blick auf nationale wie internationale Indikatoren wie den Corruption Perception Index von Transparency International, bei dem Österreich den Platz 21 von 182 Staaten belegt. Trotzdem muss die Arbeit weitergehen. Denn eine schlechte Compliance-Kultur schlägt sich irgendwann auch in Aktienkursen, Risikoprämien für Unternehmen sowie in der Standortattraktivität insgesamt nieder.
Von daher ist die Stärkung der Geldwäscheaufsicht in der FMA in Österreich sowie der AMLA auf europäischer Ebene ein überfälliger Meilenstein. Mehr als eine Verwaltungsreform ist sie ein Signal an den Markt. Ein funktionierender Kapitalmarkt braucht eine starke Aufsicht.

Autor
Vorstandsvorsitzender Erste Group Bank AG
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