Watchlist: Vienna's Börse is calling
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Nach dem Allzeithoch im ATX, im September wurde die 7.000er-Marke geknackt, dachten sich heute einige wohl: „Buchgewinne sind erst Gewinne, wenn sie realisiert sind.“ Der Handelstag startete in Wien zwei Prozent tiefer. Besonders schlimm erging es aber der Lenzing AG, was ganz spezifische Gründe hat. Wie du schon weißt, besorgt sich der Faserhersteller über eine Kapitalerhöhung, bei der die Großaktionäre mitziehen, 300 Millionen Euro frisches Geld. Der hohe Abschlag und die damit einhergehende Verwässerung führen dazu, dass die Aktie mit einem Minus von rund 8 Prozent in den Tag startete – mehr dazu hier.
Dynamik an Wiener Börse
Gewinnmitnahmen hin oder her: Das größere Bild am heimischen Kapitalmarkt gefällt mir derzeit deutlich besser. Beim lange ziemlich eingeschlafenen Thema Börsengänge tat sich wieder etwas, wie auch ein internationaler Vergleich belegt. Während die Zahl der Börsengänge in den USA deutlich zurückgeht, gewinnt Europa an Dynamik. Und speziell Wien setzt wieder Lebenszeichen. Laut dem aktuellen EY IPO Barometer stieg die Zahl der europäischen Börsengänge in den ersten neun Monaten um 32 Prozent auf 99, das Emissionsvolumen legte um 27 Prozent auf 12,3 Milliarden US-Dollar zu, wobei die Volumina in den USA aber deutlich höher sind.
An der Wiener Börse gab es bekanntlich vier Neuzugänge: Emerald Horizon AG, Fit Group AG, K2G Holding AG und zuletzt Biogena Good Vibes AG. Allerdings war kein klassischer IPO, also Börsengang inklusive Kapitalerhöhung, dabei. Bei ein bis zwei Kandidaten kannst du damit rechnen, dass ein solcher aber schon bald erfolgt. Dazu kommen die Auslandsbörsengänge von Asta Energy Solutions in Frankfurt und Innio an der Nasdaq.
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Generali vergibt Preise
Dass sich auch im Start-up- und KMU-Segment einiges tut, zeigten übrigens die vergangene Woche vergebenen SME Enter Prize 2026 von Generali Austria. Innovative Lösungen und Geschäftsmodelle mit einem Nachhaltigkeitsansatz wurden dort prämiert. Uns sind dabei zwei Unternehmen besonders positiv aufgefallen: Lixtec aus der Steiermark, die mit intelligenten Sensorsystemen für eine bedarfsgerechte Außenbeleuchtung sorgen und so die Energieeffizienz steigern. Wir könnten zwei Donaukraftwerke einsparen, wenn wir alle Straßenlampen Österreichs damit ausstatten würden, erzählt mir Geschäftsführer Günther Spath. Auch imposant: Die 2nd Cycle FlexCo ermöglicht die Wiederverwendung und das Recycling von Photovoltaikmodulen. Hier findest du alle Sieger. Vielleicht entspringen hier auch mal Börsekandidaten!
Weniger erfreulich: Das Flagshipprodukt der Unicredit Bank Austria AG, der Bank Austria Real Invest (der größte offene Immobilienfonds im Land) hat nicht genug Liquidität, um dem Wunsch von Anlegern nachzukommen, die ihre Anteile verkaufen wollen. Der Grund: der Immobilienmarkt ist immer noch in der Krise, Verkäufe lassen sich nicht einfach durchboxen.
Vorstandsrochaden bei den Banken
Rainer Polster kennst du sicher noch von seiner Zeit bei der Deutschen Bank in Österreich. Seit heute ist er offiziell im Vorstand der Oberbank AG für das Kommerzkundengeschäft, die Treasury-Abteilung und den Kapitalmarkt verantwortlich. Ich denke, dass ihn vor allem Ersteres auf Trab halten wird, da die Expansion in Deutschland ein großes Anliegen der Oberbank ist. Auf die Akzente, die er für den Kapitalmarkt setzen wird, bin ich sehr gespannt!
Bei der Hypo Vorarlberg AG hat heute Christof Splechtna das Ruder des Vorstandsvorsitzenden von Michel Haller übernommen. Er soll der Bank für das nächste Jahrzehnt eine neue Strategie verpassen. Wie er das mit der „bewährten regionalen Verankerung“ vereint, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Andrea Brunner dockt indes ab 1. Jänner 2027 bei der Hypo Oberösterreich AG an und wird dort als Risikovorständin neben Generaldirektor Klaus Kumpfmüller für das richtige Gleichgewicht sorgen.
Splitter
Mehr Free Float gibt es jetzt bei der Asta Energy Solutions AG. Großaktionär ETV Montana Tech Holding, hinter der Investor Michael Tojner steht, hat 500.000 Aktien zu je 60 Euro bei internationalen institutionellen Investoren platziert. Damit steigt der Streubesitz auf rund 42,9 Prozent, während ETV und Makra mit gemeinsam 51,2 Prozent weiterhin die Mehrheit halten.
Um 135 Millionen Euro muss die Palfinger AG ihr Russland-Geschäft wertberichtigen. Das Ziel: Die russischen Gesellschaften sollen bilanzill entkonsolidiert werden. Verkauft werden sie nicht, der Schritt dient zur Risikominimierung und ist auch nicht cash-wirksam, wie mir IR-Chef Hannes Roither erklärt. Seit Februar steht das Russland-Unit übrigens auf der UK-Sanktionsliste. Die Aktie des Kranherstellers kämpft derzeit um Boden, seit Jahresbeginn hat sich die Aktie von 33,80 auf 27,10 Euro verbilligt.
Gute Nachrichten gibt es von zwei heimischen Industriewerten: Andritz liefert für ein 600-MW-Wasserkraftwerk in Bhutan vier Turbinen-Generator-Sätze. Auftragswert: im oberen zweistelligen Millionenbereich. Kapsch TrafficCom wiederum zieht einen Auftrag im Wert von mehr als 170 Millionen US-Dollar in Kalifornien an Land und vereinheitlicht dort Backoffice-System und Kundenservice für die State Route 91.
Innovativ zeigen sich Erste Bank und VBV. Deren Kunden können den aktuellen Kapitalstand ihrer betrieblichen Vorsorge ab sofort direkt im Onlinebanking „George“ einsehen. Die Verknüpfung mit „Meine VBV“ kommt passend zur Reform der betrieblichen Altersvorsorge, die künftig deutlich mehr Beschäftigten den Zugang zu einer Pensionskassenlösung ermöglichen soll.
Fabasoft betreibt ein wenig Kurspflege. Bis zu fünf Millionen Euro will der Softwareanbieter in einen Aktienrückkauf stecken. Das entspricht zum jüngsten Kurs rund 2,8 Prozent des Grundkapitals. Losgehen soll es am 5. Oktober, spätestens Ende Mai 2027 ist Schluss.
Biogena und UBM zapfen den Anleihemarkt an: Die Biogena GmbH & Co KG, im Besitz der Biogena Good Vibes AG, bietet sechs Prozent Zinsen und will bis zu 20 Millionen Euro für ihre Expansion einsammeln. Die UBM bietet für ihren neuen Green Bond 7,0 Prozent.

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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