News

Altersvorsorge: Es braucht mehr Risiko

Die aktuellen Mercer-Zahlen zeigen für mich vor allem eines: In der betrieblichen Altersvorsorge zahlt es sich aus, etwas Risiko zu nehmen. Bei Vorsorgekassen sollte man dringend die Kapitalgarantie überdenken. Gespräche laufen.

Veröffentlicht

01.04.2026

Lesezeit

2 min
Teilen auf
Tottenham Hotspur v Crystal Palace - Tottenham Hotspur Stadium, London, Britain - March 5, 2026 Tottenham Hotspur's Richarlison looks dejected after the match
© APA-Images / REUTERS / Andrew Couldridge
Die Pensionskassen legten 2025 im Schnitt um 4,33 Prozent zu. Mehr Risiko zahlte sich durch die Bank aus. Mit Kapitalgarantie ist die Performance zum Heulen.

Alljährlich liefert Mercer einen tiefen Einblick in die Performance der betrieblichen Vorsorge- und Pensionskassen – und genaues Hinsehen lohnt sich. Bei den überbetrieblichen Pensionskassen* hat sich 2025 die Allianz mit gleich drei Spitzenplätzen durchgesetzt: im konservativen, ausgewogenen und dynamischen Portfolio. Die VBV holte sich Platz eins im defensiven Segment, Bonus lag im aktiven Portfolio vorne. Insgesamt sind 4,33 Prozent Jahresperformance für die Pensionskassen ein solides Ergebnis.

Risiko zahlt sich aus

Spannend wird es aber erst im größeren Zusammenhang: Im 10-Jahresvergleich zeigt sich, dass nicht die kurzfristige Absicherung den Ausschlag gibt, sondern jene vorne liegen, die auch bereit sind, mehr Risiko zu nehmen. Aus der Mercer-Analyse ergibt sich im Zeitraum 2016 bis 2025 folgendes Ranking:

• Die APK-Pensionskasse trägt drei Siege davon: „ausgewogen“ (3,70 Prozent), „aktiv“ (4,07 Prozent) und „dynamisch“ (4,84 Prozent).
• Die VBV erzielte in den Kategorien „defensiv“ (3,22 Prozent) sowie „konservativ“ (3,34 Prozent) die beste 10-Jahresperformance.

Durchgesetzt hat sich das Lebensphasenmodell, wonach je nach Alter der Veranlagten unterschiedliche Risiken eingegangen werden. Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Austria, meint dazu:

„Es zahlt sich jedenfalls aus, länger mehr Risiko zu nehmen. Darum wäre eine Ausweitung des Lebensphasenmodells auf fünf bis sieben Wechselmöglichkeiten im Sinne der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler wichtig.“

Ob Planks Ansätze in den laufenden politischen Verhandlungen Einfluss finden, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob die im Koalitionspapier angekündigten Reformen rasch umgesetzt werden. Der Generalpensionskassenvertrag werde – so nichts Unvorhersehbares passiere – ohne sehr flexible Entnahmemöglichkeiten kommen, kündigte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands in der Wirtschaftskammer, unlängst an. Weiter gebe es aber auch noch einige Wünsche im Sinne der Beitragszahler.

Denn vielen Unselbständigen dürfte tatsächlich zum Heulen sein, wenn sie auf ihr betriebliches Vorsorgekassenkonto schauen: Am Ende steht oft ein realer Kaufkraftverlust. Es wäre also an der Zeit, über ein (optionales) Ende der Kapitalgarantie nachzudenken – sie kostet schlicht zu viel Performance. Diese Erkenntnis sollte sich auch bei den Arbeitnehmervertretern langsam durchsetzen.


*In der aktuellen Analyse sichert sich die Allianz drei Spitzenplätze in den Kategorien „konservativ“ (5,33 Prozent), „ausgewogen“ (6,84 Prozent) und „dynamisch“ (7,36 Prozent). Die VBV erreichte den 1. Platz im „defensiven“ Portfolio mit 4,76 Prozent, BONUS überzeugte im „aktiven“ Portfolio mit 6,00 Prozent.

** Die VBV-Vorsorgekasse überzeugte 2025 als bester Anbieter mit defensiver Veranlagungsausrichtung eine Performance von 4,78 Prozent gefolgt von der NÖVK VG 2 mit (3,42 Prozent. Den dritten Platz belegt die Bonus mit 2,79 Prozent. Im konservativen Portfolio belegte die APK den ersten Platz (4,47 Prozent) vor der Valida mit 3,64 Prozent in der VG 2 und 3,30 Prozent in der VG 1. Im 10-Jahresvergleich liegt die APK mit 2,38 Prozent vor der VBV mit 2,10 Prozent sowie der NÖVK mit 1,79 Prozent.

Daniel Nutz

Autor

Daniel Nutz

Chefredaktion

Teilen auf