AT&S: Hyperscaler als neue Kunden
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Die Investoren hatten sich wohl mehr erwartet. Die aktuellen Zahlen (hier die offizielle Aussendung) der Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) schickten die Aktie heute um 4 Prozent nach unten (der Wert erholte sich dann aber wieder). Das operative Ergebnis (EBITDA) gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 67,6 Prozent auf 121,2 Millionen Euro nach, am Ende steht ein Minus von 25,6 Millionen Euro. Dass CEO Michael Mertin (seit gut einem Jahr im Amt) heute dennoch Grund zum Lachen hatte, mag an der rekordverdächtigen Performance der Aktie seit seinem Amtsantritt liegen: mehr als 800 Prozent Plus.
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Verantwortlich dafür sind freilich nicht bloß die Change-Prozesse, die der promovierte Physiker und sein relativ neues Vorstandsteam (CFO Gerrit Steen ist seit 100 Tagen an Bord) beim Substrathersteller umgesetzt haben (etwa die Etablierung eines interdisziplinären Fachgremiums), sondern auch starker Rückenwind vom Markt. Stichwort: Hyperscaler und KI-Boom. Das Problem der Vergangenheit – die Abhängigkeit von Großkunden wie AMD und Intel – wurde großteils beseitigt. Heute zählen laut Mertin fünf bis sechs globale Tech-Unternehmen (Namen nennt er keine) zum Kundenstamm. Auch das Problemwerk im malaysischen Kulim machte zuletzt Fortschritte, obwohl von einer Vollauslastung noch keine Rede sein kann.
Große Nachfrage
In diesem Kontext ist jedenfalls die Entwicklung spannend, dass Hyperscaler wie Amazon Web Services, Microsoft Azure, Oracle Cloud, Google Cloud oder Alibaba Cloud zunehmend danach trachten, Chips für ihre Datenzentren selbst zu entwickeln – und damit auf Partner wie AT&S angewiesen sind.
Was gibt es für Anleger zu wissen? Spannend dürfte die Erneuerung der 2022 begebenen Hybridanleihe werden. Diese steht 2027 an. Innovationen will AT&S aber aus dem Cashflow finanzieren. Dieser drehte von minus 500 Millionen auf plus 200 Millionen Euro. Eine Dividende zahlt AT&S erneut nicht. Die Aktionäre müssen sich also weiterhin mit Kursgewinnen begnügen. Die Prognose von CFO Gerrit Steen fürs laufende Geschäftsjahgr stimmt da jedenfalls positiv. Er rechnet mit einem organischen Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent und einem Gewinn im "niedrigen dreistelligen Millionenbereich".

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