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FMA-Konferenz: Zukunft der Aufsicht in Zeiten von gesunder Paranoia

Einfacher und abgespeckter soll es sein: Das ist der Wunsch an die Gremien der Aufsichtsbehörden Europas. Der designierte FMA-Vorstand Oliver Schütz verriet ein wenig, wie er sich eine abgespeckte Aufsicht in Zukunft vorstellt. Das fast wichtigste Thema der nahen Zukunft: Cyberrisiken.

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06.10.2026

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François-Louis Michaud, der Vorsitzende der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde, ließ durchblicken, dass 15 Jahre nach Basel III Zeit sei, Regulierungen auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

Oliver Schütz übernimmt zwar erst mit Anfang November 2026 seinen Vorstandsposten bei der Finanzmarktaufsicht (FMA), doch heute hatte er Gelegenheit, beim letzten Panel der FMA-Aufsichtskonferenz zum Thema "Effektive Aufsicht: Enforcement und Vertrauen" gleich den zukünftigen Weg der Behörde vorzugeben.

"Wir müssen als Aufsicht risikobasierter agieren und agiler werden und bei gewissen Dingen die Gnade haben, nicht mehr so genau hinzuschauen, sondern unsere Ressourcen dort hinlenken, wo die großen Risiken sind. Sonst verharren wir in einem System und einer Zeit, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat."

Micdrop-Moment. Oliver meinte auch, dass man nationale Abstriche machen müsste, wenn Europa es mit dem Binnenmarkt wirklich ernst meint.

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"Wir müssen als Aufsicht agiler werden", sagte der designierte FMA-Vorstand Oliver Schütz.

Zwischenapplaus gab es für Rechtswissenschaftlerin Susanne Kalss, die die komplexe Behördenwelt der Finanzindustrie beschrieb und im Bezug auf den Ermessungsspielraum der FMA auch nicht auf den Mund gefallen war:

"Ich bin sehr wohl dafür, dass weniger gestraft wird! Eine Strafe darf nicht das einzige Kommunikationsmittel sein, es gibt das Gespräch, die Mahnung. Das kann die Behörde jetzt schon leisten und bewegen."

Mit Oliver und Mariana Kühnel im Vorstand wird die FMA weiterentwickelt, da bin ich überzeugt. Sie wird es auch dringend müssen, denn wie Uniqa-CEO Andreas Brandstetter (er war auch am Panel) zutreffend meinte, "bewegt sich die Aufsicht zu langsam. Die KI-Entwicklung ist so rasant und relevant für unsere Branche. Der Druck auf Europa ist dadurch enorm. Für ein Level Playing Field brauchen wir eine Prinzipien-basierte Aufsicht".

Ein steigendes Thema sind die operativen Risiken. Kein Wunder bei dem geopolitischen Pulverfass. Mit 32,8 Prozent der von der FMA Befragten gaben fast doppelt so viele wie im Vorjahr an, dass etwa IT-Ausfälle, Cyberhacking oder Naturkatastrophen zentrale Gefahren sind. Gerade der Einsatz von KI ist ein sehr ambivalent diskutiertes Thema. "Unsere Bilanzsumme ist relativ klein, unsere Eigenkapitalquote ist groß. Größter Risikofaktor sind Cybersecurity-Themen, da stecken wir sehr viel Aufwand rein", sagte Gernot Mittendorfer von der Neobank Trade Republic.

Cybersecurity als steigendes Risiko

Das sieht auch Fabian Reinisch von Bitpanda so: Täglich kommen neue Betrugsmethoden hinzu, Fake-Callcenter oder ganze geklonte Websites. Gegen Betrug könne die Regulatorik wenig tun. Es brauche eben vertrauenswürdige Neobanken und Broker, weshalb er die Weiterentwicklung des Krypto-Regimes MiCAR gut findet.

„Gesunde Paranoia bei Cybersecurity ist angebracht“, so Fabian.

Enver Sirucic, Co-CEO der Bawag Group AG, sieht allgemein das Thema KI neutral: KI schaffe Möglichkeiten der Prozessinnovation, die vorher nicht möglich waren, schaffe aber auch Gefahren und Abhängigkeiten.

Zwar kann die Aufsicht vielleicht wenig gegen manche Cyberkriminelle ausrichten. Den Banken kann sie aber zum Partner werden. So bringt Sharon Donnery, Member of the Supervisory Board, den Cybersecurity-Stresstest als Best Practice der Branche mit der Aufsicht aufs Tableau. Auch das zeigt, wie sich das Zusammenspiel von Aufsicht und Banken mit der Zeit veränderte.

Die Bilder der FMA Konferenz zum Durchklicken
Börsianer Insider

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Börsianer Insider

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