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Milliardenstrafe in Russland: Raiffeisens Gegenstrategie

Ein russisches Gericht verdonnert die Strabag-Kernaktionäre zur Zahlung von 2 Milliarden Euro an die russische Rasperia. Starker Tobak für die RBI, die dadurch aber vielleicht doch noch an die Strabag-Aktien kommen könnte.

Veröffentlicht

21.01.2025

Lesezeit

2 min
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Das Headquarter der RBI in Wien
© APA Picturesdesk

Eine brisante Entwicklung gibt es jetzt bei den Russland-Connections von Strabag SE und Raiffeisen Bank International AG (RBI AG). Ein russisches Gericht hat entschieden, dass der Baukonzern Strabag SE und seine Kernaktionäre (RBI AG, Uniqa Insurance Group AG und die Familie Haselsteiner) dem russischen Miteigentümer Rasperia 2,044 Milliarden Euro zahlen müssen – ich hatte dir berichtet, wieso Rasperia die Anteile des sanktionierten russischen Oligarchen Oleg Deripaska hält. Brisant wird die Sache, weil das Urteil gegen Vermögenswerte der russischen RBI-Tochter vollstreckt werden kann.

RBI-Boss Johann Strobl meldete sich per Aussendung:

„Die RBI wird in Russland gegen das Fehlurteil Berufung erheben und, abhängig von den weiteren Entwicklungen vor den russischen Gerichten, gemeinsam mit der RBI in Österreich rechtliche Mittel gegen Rasperia ergreifen.“

Kommt RBI an Strabag-Aktien?

Wie du dir vermutlich denken kannst, kann Johann kaum auf die Rechtsstaatlichkeit Russlands vertrauen. Klarerweise ist das russische Urteil für Österreich nicht bindend. Ich interpretiere Johanns Stellungnahme so, dass sich die RBI im Gegenzug auf Vermögenswerte von Rasperia in Österreich oder der EU zugreifen möchte. Rasperia hält 28,5 Millionen Aktien der Strabag SE (Wert derzeit: rund 1,2 Milliarden Euro). Das ist spannend, denn damit wäre die RBI dem eigentlichen Plan, die russische Tochter (AO Raiffeisen) gegen die Anteile von Rasperia an der Strabag zu tauschen (was aufgrund der US-Sanktionsdrohungen verworfen wurde, hier nachlesen), einen Schritt näher.

Kompliziertes Verfahren droht

Diesen Gedanken relativiert RBI-Sprecher Christof (Danz) am Telefon:

„Es gibt keine Sicherheit, dass wir die Schadensersatzansprüche durchsetzen können. Da in Österreich die Rechtsstaatlichkeit herrscht, können Verfahren auch lange dauern.“

Einstweilen wird bei der Russland-Tochter eine Rückstellung gebildet. Das Eigenkapital der Russland-Tochter betrug zuletzt 5,19 Milliarden Euro. Wann in Russland über den Einspruch entschieden wird, ist vollkommen unklar. Bis zum 4. Februar 2025 will die RBI ein Gutachten vorlegen, wie hoch der Schaden für die Russland-Tochter genau ist. Man werde alles versuchen, um zu verhindern, dass die Russen die 2 Milliarden klauen können.

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