Nobelpreisträger: Insiderhandel aus dem Weißen Haus?
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Der Verdacht, dass Regierungsnähe und Finanzmärkte an gefährlichen Punkten ineinanderfließen, bekommt aktuell neue Nahrung. Wie die Financial Times berichtet, soll der Broker von US‑Kriegsminister Pete Hegseth kurz vor den ersten US‑ und israelischen Angriffen auf den Iran eine Millioneninvestition in große Rüstungsunternehmen geplant haben – konkret in einen ETF, der in Konzerne wie Lockheed Martin, RTX oder Northrop Grumman investiert. Die Anfrage sei laut dem Artikel wenige Wochen vor Kriegsbeginn gestellt worden, letztlich aber nicht zustande gekommen. Das Pentagon weist sämtliche Vorwürfe als „frei erfunden“ zurück.
Drastische Ausschläge
Der Wahrheitsgehalt des Falles wird zu prüfen sein. Aber der Verdacht, dass vertrauliche sicherheitspolitische Informationen vorab für Spekulationsgewinne genutzt werden könnten, ist längst nicht mehr theoretisch, sondern baut auf starke Indizien.
Genau hier setzt Paul Krugman an. In einem aktuellen Interview (hier lesen) beschreibt der Nobelpreisträger, wie rund um außenpolitische Entscheidungen der US‑Regierung auffällige Ausschläge auf den Märkten zu sehen waren – so drastisch, dass sie seiner Ansicht nach kaum ohne Vorwissen erklärbar sind. Besonders ein massiver Spike im Öl-Futures-Markt wenige Minuten vor einer Kehrtwende im Iran-Konflikt wirkt für Krugman wie ein unübersehbares Warnsignal. Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan hat übrigens Ermittlungen zu möglichem Insiderhandel auf sogenannten Prognosemärkten eingeleitet.
Infos aus dem Weißen Haus?
Auch bei den Zollankündigungen vor einem Jahr verortet Krugman einige Auffälligkeiten. Damals gab es relativ viele Trades zu wichtigen Wendepunkten. Zur Erinnerung: Trump kündigt plötzlich Zölle an, und die Märkte brachen ein. Trump nahm sie plötzlich zurück und die Märkte stiegen wieder. Krugman sagt: Das sah aus, als ob jemand wusste, was passieren würde.
Der Verdacht: Jemand im Umfeld des Weißen Hauses könnte sensible Informationen genutzt oder weitergegeben haben – nicht, um Politik zu beeinflussen, sondern um daran zu verdienen. Und genau das zerstört, so seine zentrale Warnung, das Vertrauen in die Integrität des Kapitalmarkts. Wenn Insiderwissen aus dem sicherheitspolitischen Zentrum einer Nation plötzlich an den Märkten sichtbar wird, dann wird der Markt selbst zum zuverlässigsten politischen Indikator. Und das ist ein fatales Zeichen, so Krugman.

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