Watchlist: Tipps vom Teamchef
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Auf der gestrigen CIRA-Konferenz gab es ein Keynote-Gespräch mit Österreichs Fußball-Teamchef Ralf Ragnick (das siehst du im Foto oben). Ich finde, er hat die Parallelen zu Unternehmen mit Teamaufstellung, Führungsaufgabe und Fehlerkultur sehr gut gezogen. "Wir sollten nicht vornherein Gründe finden, wieso etwas nicht geht", sollten sich einige hinter die Ohren schreiben. Für mich hatte die Konferenz der Investor-Relations-Verantwortlichen einige Highlights. Mitgenommen haben die IR-Leute, dass sie bei Investoren "lästig" sein und eine Story (bitte nicht auf 90 Seiten!!!) parat haben müssen, das hat zumindest Erste-Chefanalyst Fritz Mostböck den Anwesenden auf den Weg gegeben. Was mich zur Wiener Börse bringt.
Auf seiner Rekordjagd hat der ATX – bis dato Top-Performer unter den europäischen Indizes – einen Dämpfer erhalten. Den gab es aber durchwegs im Gleichschritt mit anderen Börsen. Die tiefroten Vorgaben der asiatischen Börsen hinterließen auch am Wiener Parkett Spuren. Experten beschreiben die heutige Entwicklung als Risk-off-Bewegung – bei der Anleger aus Wachstumswerten wie Chips und Halbleitern (hatte man schon im Sommer gesehen) aussteigen. Wien zeigt sich mit moderaten Verlusten verhältnismäßig resilient. Die zuletzt gebeutelte Wienerberger AG legte kräftig zu. Ausreißer nach unten ist wenig überraschend der Leiterplatten- und IC-Substrathersteller AT&S mit einem zweistelligen Minus. Hier der Chart auf Wochensicht.

Übrigens: Laut jüngster Zahlen erfreut sich Bundesschatz.at hoher Beliebteheit, wie du weißt, ist auch Finanzminister Markus Marterbauer bekennender Bundeschatzer! Rund 14 Milliarden Euro sind laut Bundesfinanzierungsagentur bereits veranlagt, fast zehn Milliarden davon kommen von Privaten. Den einfachen Zugang zu österreichischen Staatsanleihen finde ich erfreulich. Was ich nicht verstehe: Beim einmonatigen Bundesschatz gibt es laut Aussendung 2,45 Prozent jährlich. Neobanken wie Trade Republic und Scalable bieten derzeit aber 2,5 Prozent aufwärts, je nach Modell. Auch das macht die Inflation von 3,2 Prozent nicht wett. Aber ich stelle mir schon die Frage, wieso der Finanzminister die Bundesschätze mit 27,5 Prozent KESt höher besteuert als Einlagen am Sparbuch oder Bankkonto (da sind es "nur" 25 Prozent).
Wachstumsimpulse
Es sind dieser Tage erfreuliche Signale, die aus der heimischen Wirtschaft kommen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und höherer Energiepreise bestätigen WIFO und IHS ihre Wachstumsprognosen für 2026 und sehen Österreichs Wirtschaft weiterhin auf Erholungskurs. Während das WIFO seine Prognose für 2027 leicht auf 1,3 Prozent anhob, geht das IHS weiter von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus. Die Stimmung in der Industrie hellt sich auf, die Exportwirtschaft zeigt sich robust und auch für 2027 blicken die Ökonomen etwas optimistischer nach vorne. Ich traue dem Frieden noch nicht.
Apropos Wachstum: Die B&C-Gruppe holt Verstärkung und hat Alexander Zwickl in die Geschäftsführung der B&C Holding Österreich GmbH geholt. Er ist für den Ausbau des Beteiligungsportfolios reifer Unternehmen zuständig. Holt er jetzt die Kohlen aus dem Feuer? Ich weiß es (noch) nicht. Beim Sorgenkind Lenzing AG läuft derzeit die nächste Kapitalerhöhung, um dem Unternehmen Luft zu schaffen. Die Details dazu kannst du hier nachlesen.
Splitter
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