Watchlist: Von Comebacks und Zinsträumen
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Weißt du, was ich gut finde? Dass die OMV AG durch das Comeback von Ex-OMV-CEO Rainer Seele als Vertreter der Adnoc-Tochter XRG (50 Prozent am neuen Chemiegiganten Borouge International mit Sitz in Österreich) gezwungen sein wird, wieder mehr zu kommunizieren. Seele hebt die Innovationskraft Österreichs gerne hervor – und hat mit der Sicherung der Borealis für die OMV selbst die Basis dafür gelegt. Wenn das künftig vor allem XRG übernimmt, könnte die OMV daneben alt aussehen.
Seeles Ziele mit Borouge International sind klar: globale Führungsrolle, Kostenführerschaft und ein aktiver Part in der internationalen Entwicklung der Chemie- und Energieindustrie - mehr hier. In der ÖBAG und bei Interessensverbänden dürfte das für Zähneknirschen sorgen. Mit der geplanten Übernahme des Adnoc-Anteils an der OMV AG (24,9 Prozent) durch XRG steht zudem ein möglicher Aufsichtsratssitz im Raum.
In der Zwickmühle
Im EZB-Rat (oben siehst du die EZB-Präsidentin Christine Lagarde) möchte ich derzeit nicht sitzen. Seit der Schließung der Straße von Hormus schießen die Energiepreise durch die Decke. Die EZB, die noch zu Jahresbeginn über Zinssenkungen nachdachte, steht nun vor einem klassischen Dilemma: Erhöht sie die Zinsen, würgt sie eine ohnehin fragile Konjunktur ab. Tut sie es nicht, riskiert sie eine Inflation jenseits der 4 Prozent, wie Hypo OÖ-CEO Klaus Kumpfmüller bei der Börsianer-Roadshow in Linz ausführte. Laut „Handelsblatt“ weisen die Finanzmärkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von nur 20 Prozent für eine Zinserhöhung der EZB in diesem Monat aus. Wie mir in den vergangenen Tagen Franz Gasselsberger, langjähriger Generaldirektor der Oberbank AG, oder BKS-CEO Nikolaus Juhasz sagten, hat der Markt aber zwei bis drei Erhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte eingepreist.
Zinserhöhungen heißen für die Unternehmen gemeinhin nichts Gutes, gerade in Zeiten, in denen Investitionen in die grüne Transformation und Digitalisierung gefragt sind. In diesem Zusammenhang habe ich diese Woche mit dem neuen Vorstand der Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG), Florian Zellmann, gesprochen. Florian hat gerade mit der Oberbank ein neues Produkt entwickelt, das Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation hilft. Kurz erklärt: Die Oberbank finanziert nach einer gesonderten grünen Finanzierungslinie und die WKBG springt mit einer Bürgschaft ein. Das könnte gerade in Zeiten, in denen Kredite schwieriger zu bekommen sind, helfen.
Apropos Oberbank AG: Fällt das nur mir auf, oder ist die künftige Ressortverteilung auch für dich verwirrend? Rainer Polster, der ab 1. Oktober 2026 zum Vorstand stoßen wird, übernimmt Kapitalmarkt, Kommerzkundengeschäft und die Auslandsmärkte (Deutschland!) und hat damit die drei stärksten Ressorts unter sich. Florian Hagenauer verantwortet als Generaldirektor-Stellvertreter (ab Jänner 2027) das Risikogeschäft, ist also auch ziemlich mächtig. Was bleibt für den neuen Generaldirektor Martin Seiter (ab 1.1.2027) über?
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AT&S hebt ab!
Die Aktie der AT&S schießt nach wie vor den Vogel ab – fast 500 Prozent Plus auf Ein-Jahressicht sind „a Wahnsinn“. Die Analysten der Deutschen Bank bestätigen die Kaufempfehlung für die AT&S-Aktie und heben das Kursziel von 68,0 auf nunmehr 82,0 Euro an. Derzeit notiert sie bei 75 Euro.
Die Analysten der Mediobanca stufen die BAWAG-Aktie weiter mit Outperform ein und erhöhen das Kursziel von 160,0 auf 194,0 Euro. Derzeit kostet die Aktie 156 Euro. Da geht noch was!
Vorstandsrochaden bei der VIG
VIG-Generaldirektor Hartwig Löger bekommt ab 1. Juli 2026 mit Judit Havasi und Sonja Raus Verstärkung im Vorstand der Vienna Insurance Group AG. Wobei Havasi mit Harald Riener Platz tauscht, der ihren vakanten Chefposten bei der Donau Versicherung einnimmt. Manuel Schalk folgt auf Raus im Vorstand der Wiener Städtischen.
Splitter und Termine
Industrie im leichten Aufwind: Im vierten Quartal 2025 erwirtschafteten die Unternehmen des produzierenden Bereichs einen Umsatz von 103,6 Milliarden Euro. Das sind 1,4 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahresquartal, steht im EY-Industriebarometer.
Die nächsten Q1-Zahlen kommen am 21. April von Euro Telesites AG, Telekom Austria AG und BAWAG Group AG.
Die nächsten Hauptversammlungen: Erste Group Bank AG (17. April), Addiko Bank AG (20. April), Verbund AG (21. April), BAWAG Group AG (22. April), Lenzing AG (23. April).

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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