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Watchlist: Von Explosionen und Expansionen

Nvidia übertrifft Erwartungen, Erste Group steigert Gewinn, AMAG schwächelt, Banken kritisieren digitalen Euro und KI-Boom kritisch.

Veröffentlicht

01.03.2026

Lesezeit

3 min
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Computer von Innen

Da staunten viele nicht schlecht! 68,1 Milliarden US-Dollar-Umsatz im letzten Quartal vermeldet der Chiphersteller Nvidia und übertraf damit – wieder einmal – die Analysteneinschätzungen. Der Jahresgewinn liegt bei 120 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 65 Prozent zum Vorjahr. Dass die Aktie des US-Konzern kaum reagierte unterstreicht, dass der KI-Erzählungen einige Investoren mittlerweile mit Skepsis begegnen - hier ist die Story. In Österreich waren die Zahlen weniger freudig. Gerade wegen der US-Handelspolitik erlitt der Aluminiumkonzern AMAG 2025 einen Gewinneinbruch (hier die offizielle Meldung). Die Refinanzierung gesichert zu scheint mal beim Motorradhersteller KTM: Dafür sorgt ein 550 Millionen Euro Kredit ein Bankenkonsortiums aus J.P. Morgan SE, HSBC, DBS Bank Limited und MUFG Bank.

Der Chart zeigt die Aktien von Nvidia (grau) und Erste Group (orange, in US-Dollar) seit Jahresstart 2026.

Bosek sieht Wirtschaft auf Kurs

Kleine Brötchen bäckt auch die Erste Group Bank AG. Aber immerhin: 3,5 Milliarden Euro an Gewinn (nach Steuern) sind auch eine Erfolgsstory. „Europa ist wieder aufgewacht, sagt Peter Bosek. Der CEO der Erste Group präsentierte die Zahlen der in sieben Ländern tätigen Gruppe (hier). Zentral-Osteuropa läuft derzeit sehr gut. Die Integration der von Santander erworbenen Polen Tochter – firmiert ab sofort als Erste Bank Polska – drückt die Dividende auf 75 Cent. Vom neuen Markt (Polen hat ein BIP-Wachstum von 4 Prozent) erwartet man viel! Und auch für den Heimatmarkt Österreich sieht der Erste-Boss eine positive Zukunft. Da ging die Sparquote von 11 auf 10 Prozent zurück: Die Freude, dass dieser Konsum die Wirtschaft ankurbelt ist bei ihm größer, als die Sorge, dass weniger Menschen ihr Geld auf die Bank tragen. 

Die Kreditvergabe stieg um 3,3 Prozent. Überhaupt glaubt Bosek, dass wir uns in Europa und in Österreich zu viel selbst schlecht reden. Dabei sei Selbstbewusstsein durchaus angebracht – etwa beim Thema Quantenphysik – wo Österreich spitze sei. Die Erste Group hat da übrigens gerade eine Kooperation mit den Partnern A1 und Zerothird zur Quantenverschlüsselung gestartet (mehr hier).

Banken gegen Digitalwährung

Stichwort Digitalisierung. Die Bundessparte Bank und Versicherung in der österreichischen Wirtschaftskammer hält weiter nicht viel vom Plan der EZB zum Digitalen Euro - und sehen das Projekt als "hochproblematisch" an, der bargeldloses Zahlen ohne die Zwischenschaltung von Zahlungsanbietern ermöglicht. Durchaus verständlich, der Vertrieb von Visa, Mastercard und Co. ist derzeit ein gut funktionierendes Geschäftsfeld für die Banken.

Termine für kommende Woche

Auf meiner Watchlist sind noch folgende wichtige Termine:

Montag, 2. März 2026: Die Flughafen Wien AG veröffentlicht (vorläufige) Zahlen 2025, ebenso die RHI Magnesita – da ging es zuletzt mit der Aktie steil bergauf, plus 21 Prozent seit Jahresbeginn sind cool – und die Raiffeisen Bank International AG wartet mit dem Jahresfinanzbericht 2025 auf (CEO Johann Strobl hat die Zahlen bereits kommentiert, lies hier nach).

Dienstag, 3. März 2026: das ATX-Komitee entscheidet über etwaige Indexanpassungen, hier hat die Palfinger AG – die auch ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2025 liefert – gute Chancen, in den ATX aufzusteigen. Rausfliegen würde CPI Europe AG. Spannend!

Mittwoch, 4. März 2026: Die Bawag Group AG veröffentlicht ihren Geschäftsbericht 2025, die wichtigsten Zahlen und Vorhaben hat CEO Anas Abuzaakouk (klick hier) bereits skizziert.

Donnerstag, 5. März 2026: Gespannt bin ich auf den Geschäftsbericht der Addiko Bank AG und auf Neuigkeiten zum serbischen Aktionär und dem Dividendenverbot! Auch die Andritz AG liefert ihre 2025er Bilanz, die Zumtobel Group AG kommt mit Zahlen für die ersten 3 Quartale 2025/26

Freitag, 6. März 2026: Steyr Motors AG rundet die Bilanzwoche mit dem Geschäftsbericht für 2025 ab

Börsianer Insider

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