Watchlist: Hier fehlt die Energie
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Wenn wer sagt: „Ich will kein Spaßverderber sein“, kommt meistens etwas, das den Spaß verdirbt. Das kennst du bestimmt! KSV‑1870‑Chef Ricardo‑Jose Vybiral hat das aber gestern sehr charmant gemacht. Alarmierend für mich: 85 Prozent der Unternehmen in Österreich sind nach dem aktuellen Austrian Business Check im Sparmodus. Und jedes sechste Unternehmen denkt über eine Auslagerung des Geschäfts und einen Standortwechsel ins Ausland nach. Mein Fazit: Keine Investitionen bedeuten wenig oder gar kein Produktivitätswachstum. Also brauchen wir jetzt einen positiven Impuls. Was macht die Regierung: Die KöSt wird erhöht (wer mehr Gewinn macht, zahlt mehr), dafür werden die Lohnnebenkosten ab 2028 gesenkt (das dauert noch etwa bis dahin) – ich glaub’s erst, wenn es wirklich passiert!
„Die steigenden Energiepreise werden zunehmend zu einer Belastung für die Unternehmen. Und auch wenn es im Nahost-Konflikt hoffentlich möglichst schnell zu einer Lösung kommen sollte, werden die Energiepreise weiterhin erhöht sein. Der Ausbau der Erneuerbaren Energie sowie der Verteiler- und Übertragungsnetze und Speicherkapazitäten ist deshalb von elementarer Bedeutung für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.”
Helmut Bernkopf, Vorstand der Oesterreichischen Kontrollbank AG
Kostenprobleme
Ein Riesenproblem sind die nach wie vor hohen Kosten. Zwei Drittel der Export‑Unternehmen in Österreich sind von höheren Energiepreisen betroffen, lese ich in einer von der Österreichischen Kontrollbank AG in Auftrag gegebenen Integral‑Kundenbefragung. Die Moral aus der G’schicht: 71 Prozent der Unternehmen wollen in den nächsten drei Jahren in erneuerbare Energien investieren. Gefällt mir, weil weniger Abhängigkeit vom Gaspreis ist gut!
Etwas Positives (siehe auch Splitter!) habe ich auch für dich, damit die Stimmung nicht vollkommen in den Keller rauscht: Der jüngste Bericht (hier der Link) der Financial Action Task Force zeigt Fortschritte Österreichs bei der Bekämpfung von Geldwäsche.
Nach einem Bericht der Presse im Herbst hatte ich ja schon angenommen, dass Österreich zurückfällt. Aber die Finanzmarktaufsicht in Österreich, allen voran das Vorstandsduo Helmut Ettl und Mariana Kühnel (du siehst sie oben im Foto), hat hier auch ihren Job gemacht, Aufsichtstiefe, Kontrollen und Durchsetzung intensiviert. Ich denke, dass das aktuelle Ranking den Finanzmarkt stärkt.
Was mich ebenfalls freut: Die Polytec Holding AG will wieder eine Dividende (0,20 Euro) zahlen, denn das Unternehmen ist zurück in der Nettoprofitabilität. Beim Ergebnis nach Steuern fürs Geschäftsjahr 2025 bleiben 10,2 Millionen Euro übrig (nach minus 7,3 Millionen Euro 2024). CEO Markus Huemer lässt sich nicht unterkriegen. Auch der Kurs der Polytec‑Aktie ist gestiegen. Weiter so!
Nachhaltige Bank
Übrigens: Ich bin gespannt, welche Auswirkungen die geplante Fusion von Raiffeisen Wels und Gunskirchen auf die Nachhaltigkeitsszene haben wird. Mit 2,6 Milliarden Euro Bilanzsumme, 16 Standorten, über 190 Mitarbeitern und rund 53.000 Kunden entsteht die größte Raiffeisen‑Primärbank Österreichs. Das ist die nötige Größenordnung, um auch komplexe Finanzierungen stemmen zu können – ohne die regionale Verankerung aufzugeben.
Die Raiffeisen Bank Gunskirchen ist seit Jahren im Impact Investing positioniert, das Umweltcenter ein fixer Bestandteil der heimischen Green‑Finance‑Szene. Dass dieser Bereich weitergeführt wird, ist ein starkes Signal. Die grüne Transformation braucht enormes Kapital – und genau hier können Banken wie diese künftig eine noch zentralere Rolle spielen.
Splitter
Richtig gut im Geschäft ist die Strabag SE, die 2025 das beste Ergebnis aller Zeiten erzielte. Dem Baukonzern hilft die internationale Ausrichtung: Wachstumstreiber waren der Infrastrukturbau in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser sowie der High‑Tech‑Industriebau. Vor allem der Markteintritt in Australien und der Fokus auf das Wasserinfrastrukturgeschäft waren der richtige Hebel, sagt CEO Stefan Kratochwil.
Am Mittwoch legten einige der M7 an der Nasdaq ihre Quartalszahlen vor. Microsoft überzeugte mit starkem Wachstum in der Cloud: Umsatz und operatives Ergebnis legten zweistellig zu, angetrieben von Azure und Microsoft 365, auch wenn hohe KI‑Investitionen die Margen leicht drückten. Alphabet (Google) übertraf die Erwartungen dank robuster Such‑ und Werbeerlöse; Google Cloud wuchs besonders dynamisch, getragen von KI‑Nachfrage. Amazon profitierte von Effizienzgewinnen im Kerngeschäft und starkem Cloud‑Wachstum, was die Profitabilität verbesserte. Meta Platforms meldete solides Umsatzplus, vor allem im Werbegeschäft, kündigte jedoch höhere KI‑Capex an – das belastete die Aktie trotz operativ guter Zahlen. Die Investoren hatten diese guten Ergebnisse großteils erwartet. Hier siehst du die Aktien im Year‑to‑Date.

Termine
Kommende Hauptversammlungen:
CPI Europe AG (5.5.), CA Immo AG (6.5.), Wienerberger AG (7.5.), BKS Bank AG (8.5.)
Q1‑Zahlen:
RBI AG (5.5.), FACC AG (6.5.), RHI Magnesita (7.5.), Lenzing AG (7.5.), Österreichische Post AG (8.5.)

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ist für dich anonym am Kapitalmarkt unterwegs und bringt die heißesten Storys.
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